Versteckte Käfig-Eier in Lebensmitteln

Zu keiner Zeit im Jahr sind Eier so gefragt wie zu Ostern. Damit ist jetzt auch die beste Zeit, um ein neues Bewusstsein zum Thema zu schaffen. Während Frisch-Eier direkt am Ei und auf der Verpackung mit dem Eier-Kennzeichnungs-Stempel versehen sind, sieht das bei Lebensmittel mit Ei-Anteil anders aus. Hier sind Herkunft und Haltungsform mehr als bedenklich.

Aktuell werden 25 Prozent des österreichischen Eier-Bedarfs aus dem Ausland importiert, deren Herkunft und Haltungsform teils unbekannt sind. Diese enormen Mengen an illegalen Billig-Eiern aus Käfighaltung aus Ländern wie Frankreich, Ungarn, Italien, Polen, Griechenland, USA und Südamerika werden hierzulande für die Herstellung von Lebensmittel verwendet und sind in den heimischen Supermarktregalen in Mehlspeisen, Fertigsuppen, Beilagen, Teigwaren, Nachspeisen, Osterpinzen, Kuchen, Naschereien und Keksen versteckt. Insgesamt sind davon weit mehr als 900 Lebensmittel betroffen. So harmlos diese Lebensmittel auf den ersten Blick auch aussehen mögen, bei genauerer Betrachtung lässt sich die bedenkliche Herkunft des Ei-Anteils und das damit verbunden Tierleid erkennen, das sich hinter den hübschen Verpackungen verbirgt. Tatsachen, die auch der Einkaufstest der Landwirtschaftskammer beweist.

Nachvollziehbare Kennzeichnung aller Lebensmittel

Da bisher Lebensmittel mit einem Ei-Anteil überwiegend von importierten Eiern von Hennen aus einer eher bedenklichen Haltung stammen, fordert nun die steirische Landwirtschaftskammer eine verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel mit Ei-Anteil. Das heißt, auch Importe sollen bindend in die Eierdatenbank aufgenommen werden, inklusive Kennzeichnung von Herkunft, Haltungsform und gentechnikfreier Fütterung. Dies gilt ebenso für die Gastronomie und Hotellerie. Hier sollen die entsprechenden Hinweise in den Speisekarten zu finden sein. Bisher ist diese Kennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln noch nicht verbindlich, sondern geschieht freiwillig. Um das zu ändern, muss auch der Lebensmittelhandel aktiv mitziehen. „Frisch-Eier und Ostereier sind für die Konsumenten nach Herkunft und Haltungsform gekennzeichnet. Diese verpflichtende Kennzeichnung muss auf die Gastronomie und Lebensmittel mit Ei-Anteil ausgedehnt werden“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher.

Bestes Beispiel für die lückenlose Dokumentation von Lebensmittel mit Ei-Anteil ist der österreichische Trocken-Ei-Hersteller EiVita in Gnas. Dieser erzeugt seit Herbst 2013 Eipulver aus heimischen Boden-, Bio- und Freilandeiern. Daraus gefertigte Lebensmittel mit Ei-Anteil, wie Produkte der Marken Recheis, Thurner, Ölz und Innviertler Teigwaren, können nach Herkunft und Haltungsform gekennzeichnet werden.

Illegale Billig-Eier mischen den heimischen Markt auf

In der EU werden zirka 60 Prozent der Legehennen nach wie vor in verbotenen Käfigen gehalten, das Resultat davon sind illegale Billig-Eier mit fragwürdiger Herkunft. Der Grund, weshalb Österreich dennoch weiterhin zirka 629 Millionen Eier in Form von Schaleneier, Flüssigeier und Trockeneier importiert ist lediglich eine Frage der Kosten. Denn heimische Legehennenhalter setzen, was die Fütterung betrifft, europaweit neue Maßstäbe, was zwar vorbildlich ist, aber auch mit höheren Kosten einhergeht. „Seit November 2013 füttern sie ihre Hennen mit gentechnikfreiem Donau-Soja, also heimischen Soja aus dem Donauraum“, so Präsident Titschenbacher. Und das wiederum verursacht jährliche Mehrkosten im Wert von 3,1 Millionen Euro, denn Donau-Soja ist erheblich teurer und hat zudem einen geringeren Eiweißgehalt.

Eidatenbank: Quick-Egg-Check

Auf der Homepage www.eierdatenbank.at können die Eierdaten unter „Was steht auf dem Ei“ überprüft werden. Diese lassen damit den Weg jedes einzelnen Eis vom Bauernhof bis in das Supermarktregal zurückverfolgen. Mittlerweile sind rund 90 Prozent der Frisch-Eier in der Datenbank erfasst. Die genannten Eierdaten werden am Bauernhof per Eier-Kennzeichnungs-Stempel auf das Ei gedruckt und informieren über Herkunftsland (AT steht für Österreich); Haltungsform (0=Biohaltung; 1=Freilandhaltung; 2=Bodenhaltung; 3=verbotene Käfighaltung) und die Betriebsnummer.

Besonders jetzt zur Osterzeit sind gefärbte Eier beliebt. Aber auch wenn die Kennzeichnungsstempel-Daten meist kaum oder überhaupt nicht mehr lesbar sind, lassen sich die heimische Herkunft und die tierfreundliche Haltung dennoch am rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel und rot-weiß-roten AMA-Biosiegel auf der Verpackung erkennen. Daneben garantieren auch die Marke „Gutes vom Bauernhof“ und das EZB-Logo die österreichische Herkunft.

 

Bildunterschrift:

V.l. Anton Uitz, Obmann der steirischen Legehennenhalter mit Kammerpräsident Franz Titschenbacher, Geflügelexperten Anton Koller und EiVita-Chef Alois Hütter

 

Text: Tanja Summer

Foto: lk

 

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