Verstärkte Risikovorsorge

LR Hans Seitinger gelingt der Ausbau der Mehrgefahrenversicherung für bäuerliche Betriebe in der Steiermark.

Die standortgebundene Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel ist der sensibelste Sektor gegenüber Wetterextremereignissen innerhalb der Volkswirtschaft. Bund und Länder unterstützen daher seit 1995 mit der Hagel- und Frostversicherung die Landwirte. Das Land Steiermark bezuschusst diese mit 25 Prozent. Ab sofort wird die Förderung, wie Agrarlandesrat Hans Seitinger bekannt gab, auch auf bisher nicht geförderte Risiken im Rahmen der Mehrgefahrenversicherung der Österreichischen Hagelversicherung erweitert. Diese umfasst jetzt auch das Risiko Dürre (inklusive der Dürre-Indexversicherung für Grünland und Mais).

Dies geschieht vor dem Hintergrund auch wichtiger internationaler Entwicklungen zu diesem Thema: Um die Lebensmittelversorgungssicherheit mit regionalen Produkten zu gewährleisten, schafft die Versicherungswirtschaft weltweit neue Instrumente zur Finanzierung von Modellen zur Naturkatastrophenversicherung. Die Tendenz dabei geht immer mehr zu umfassendem Risikomanagement auf Basis von sogenannter Private Public Partnership – der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privaten Betrieben.

Unterstützung

Wie wichtig eine derartige Unterstützung für die Landwirte ist, macht das Jahr 2015 deutlich: Alleine die Dürre verursachte österreichweit einen Gesamtschaden von 175 Millionen Euro bei Herbstkulturen und dem Grünland. Diese Dimension zeigt dramatisch, wie verletzbar die Landwirtschaft ist. Dabei ist aber nur ein stabiler Agrarsektor, der Einkommensausfälle nach Naturkatstrophen bewältigen kann, auf Dauer in der Lage, die rasant zunehmende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren. Daher wird es künftig, wie es in einer Aussendung der Österreichischen Hagelversicherung zu diesem Thema heißt, nur mit umfassenden Ernteversicherungen möglich sein, die Auswirkungen des Klimawandels für die Landwirte langfristig kalkulierbar zu machen.

Für viele betroffene Landwirte war die 2015 in Österreich eingeführte und europaweit einzigartige Dürreindex-Versicherung im Grünland eine wichtige wirtschaftliche Absicherung. Ab heuer wird diese Möglichkeit der Absicherung erstmals auch für Mais angeboten. Bei einer Indexversicherung (Basis ist die Niederschlagsmenge gemessen an den Messstationen der ZAMG) wird bei sehr großen Ertragsausfällen Entschädigung für die versicherten Flächen geleistet.

 

 

Foto: agrarfoto.com

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