Unwetter zog eine Spur der Verwüstung

Heftige Unwetter zogen wieder durch die Steiermark. 6000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche wurde vom Hagel teilweise zur Gänze zerstört.

Extreme Windböen, Starkregen und bis zu hühnerei-große Hagelschloßen richteten am Montag dieser Woche verheerende Schäden in weiten Teilen der Steiermark an. Besonders betroffen waren die Bezirke Leibnitz, Hartberg-Fürstenfeld und Deutschlandsberg, wo nicht nur landwirtschaftliche Kulturen, sondern auch Gebäude von riesigen Hagelkörnern schwer beschädigt wurden. Helmut Rossmann von der Österreichischen Hagelversicherung bestätigt: „Uns zeigt sich derzeit ein katastrophales Bild in den Unwettergebieten. Schwerste Schäden sind bei Mais, Kürbis, Soja und Wein entstanden.“ Derzeit seien, so der Hagelschätzer, 32 Personen unermüdlich mit der Schadensaufnahme beschäftigt. Insgesamt rechnet die Österreichische Hagelversicherung mit einer betroffenen Fläche von rund 6000 Hektar und mit einem Schaden von über 2,1 Millionen Euro.

Durchlöcherte Dächer

Besonders schwer hat es die Gebiete rund um Großklein, St. Johann im Saggautal und Gleinstätten getroffen. Maria Schmid, Gemeindebäuerin von Gleinstätten und selbst Betroffene, berichtet ihre schrecklichen Erlebnisse: „Dächer wurden regelrecht durchlöchert, Fensterscheiben bei Häusern eingeschlagen und sogar Stallfenster zerbarsten. Unsere Ackerkulturen sind zur Gänze vernichtet. Was der Hagel nicht ganz zerstört konnte, hat der Sturm noch zusätzlich zu Boden geworfen.“ Ein solch schweres Unwetter habe man in dieser Gegend, so Schmid, das letzte Mal im Jahre 1962 erlebt. Über zehn Minuten lang gingen bis zu eigroße Hagelschloßen nieder. Die Hagelabwehr hat diesmal nicht funktioniert.

In der Steiermark gab es außerdem zahlreiche Vermurungen und Überschwemmungen, welche die Feuerwehren vor große Herausforderungen stellten. Vom Wechsel- über das Joglland bis hin nach Lafnitz und Grafendorf gab es unterspülte Straßen, überflutete Keller sowie verstopfte Kanäle und Bäche, welche über die Ufer traten. Ein Großaufgebot der Wehren des Bereichsfeuerwehrverbandes Hartberg war daher in den Nachmittags- und Abendstunden des 15. August im Einsatz, um die gröbsten Schäden zu beseitigen. Ebenso im Bezirk Deutschlandsberg verursachten Hagel und Starkregen enorme Schäden und ließen die Feuerwehren nicht zur Ruhe kommen.

Lokalaugenschein

Landesrat Hans Seitinger war gemeinsam mit LK-Präsident Franz Titschenbacher bei einem Lokalaugenschein in den betroffenen Unwettergebieten in der Südsteiermark. Seitinger und Titschenbacher zeigten sich tief betroffen von den verheerenden Schäden, die ihnen von den betroffenen Bäuerinnen und Bauern gezeigt worden sind.

Zu unseren Bilder: LR Hans Seitinger und LK-Präsident Franz Titschenbacher beim Lokalaugenschein in  der Südsteiermark (oben). Die steirischen Freiwilligen Feuerwehren standen im Großeinsatz. Straßen mussten von umgestürzten Bäumen befreit werden (unten). Teilweise wurde für die Hagelräumung schweres Gerät eingesetzt (links).

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Gerade in Großklein und in St. Johann im Saggautal richtete der Hagel bei Mais (oben) und Kürbis große Schäden an.

Fotos Österr. Hagelversicherung (2), FF Otternitz (2), FF Lannach, FF Wies

 

 

 

 

 

 

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