Unterwegs zur Gnadenmutter

von Karl Brodschneider

Seit dem Jahr 2001 führt der Steirische Bauernbund am ersten Sonntag im September die Bauernbund-Wallfahrt nach Mariazell durch. Am Wochenende war es wieder soweit.

 

Wenn die Teilnehmer der Wallfahrt des Steirischen Bauernbundes zur Basilika ziehen, ist der Bauer Karl Hollerer vorne dabei. Er trägt nämlich das Wallfahrer-Kreuz. „Bei der ersten Bauernbund-Wallfahrt im Jahr 2001 habe ich mich als Kreuzträger gemeldet und seither ist es fast selbstverständlich geworden, dass ich diesen Dienst tue“, erklärt der Landwirt aus St. Sebastian und fügt hinzu: „Ich mache das gerne, das gibt mir was!“

Empfangen wurden die Bauernbund-Wallfahrer am Sonntag um 11.15 Uhr vor dem Hauptportal der Basilika von Bischofsvikar Heinrich Schnuderl und Superior Pater Karl Schauer. Unter Glockengeläute erfolgt dann der Einmarsch. Mit dem Lied „Glorwürdige Königin“ wird das Hochamt begonnen, das vom Perstl-Viergesang aus Oberwölz gesanglich umrahmt wurde.

Während die Wallfahrt des Steirischen Bauernbundes nach Mariazell (seit 2001) noch eine junge Tradition hat, kann Mariazell schon auf eine jahrhundertlange Geschichte blicken. Der Überlieferung nach wurde Maria-zell am 21. Dezember 1157 gegründet. Schon im Jahr 1330 ist die „Kirche unserer lieben Frau zu Zell“ in einer Ablassurkunde des Salzburger Erzbischofs Friedrich III. belegt. Unterlagen bezeugen, dass es um 1400 schon zahlreiche Verkaufsstände für Votivgaben gab. Etwa hundert Jahre später war Mariazell als Wallfahrtsort international bekannt. Heute zählt Mariazell mit etwa einer Million Pilgern zu den bedeutende europäischen Wallfahrtsorten.

Warum Mariazell im Leben so vieler Gläubiger eine große Bedeutung hat, veranschaulicht Karl Hollerer mit einem einfachen Beispiel: „Wenn ich wo sage, dass ich in Mariazell daheim bin, bitten mich die Leute, dass ich der Zeller Mutter einen schönen Gruß ausrichten soll.“ Mit dieser besonderen Umschreibung ist die Gottesmutter gemeint, eine 48 Zentimeter große Skulptur aus Lindenholz. Die „Magna Mater Austriae“ steht in der Gnadenkapelle.

Bauernbund-Landesobmann Hans Seitinger und Direktor Franz Tonner freuten sich, dass auch heuer wieder zahlreiche steirische Bäuerinnen und Bauern an der Wallfahrt teilnahmen.

 

 

Zum Thema passend

Einen Kommentar abgeben