Tolle Wolle: Stricken boomt

Längst nicht mehr von gestern. Traditionelles Stricken liegt voll im Trend. Die Nadeln klappern zu lassen, ist wieder „in“

 

Zwei links, drei rechts … Oder wie ging das nochmal schnell? Die Kunst, zwei Stricknadeln perfekt zwischen seinen zehn Fingern „tanzen“ zu lassen und damit kreative Dinge aus Wolle zu zaubern, ist längst nicht mehr allein Omas Hobby. Im Gegenteil. Das Stricken erlebt aktuell geradezu einen Boom und erfreut sich auch bei jungen Leuten immer größerer Beliebtheit. Hier wohl auch Dank Einsatz Neuer Medien. So finden sich zum Beispiel auf Youtube jede Menge gute Videos mit Anleitungen und Anregungen. Zu Kultstatus hat es etwa „eliZZZa“ gebracht, die einem vom Maschenanschlag an jeden Schritt exakt erklärt.

 

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Stricken ist wieder im Trend.

Gar nicht schwer

Da fällt das Nachmachen dann nicht mehr so schwer wie vielleicht einst im schulischen Werkunterricht, wo dann Mama zuhause „verloren gegangene“ Maschen wieder mühsam auffangen musste. In der Schule hatte auch Birgit Schrambeck aus Feistritz bei Knittelfeld ihre ersten Strickwerke fabriziert und danach nichts mehr damit am Hut gehabt. Bis vor zwei Jahren, als die kreative 33-Jährige das Handwerk bei einer Freundin wiederentdeckte und Feuer fing: „Ich wollte das auch können. Meine Schwiegermutter hat mir dann weitere Tipps gegeben und schließlich habe ich gestrickt und gestrickt und gar nicht mehr damit aufhören wollen. Zehn Hauben am Stück.“ Doch was tun damit? „Aus meinem Umfeld kam bald großes Interesse an meinen Entwürfen und so habe ich im Juli 2013 ein Kleinunternehmen angemeldet.“ Heute vertreibt Birgit neben ihrem Markenzeichen, der Haube mit dem roten Hirschen, viele weitere Strickwaren mit Pfiff und Traditionsbezug auf ihrer Homepage „Majobi“.

Dass die Jungunternehmerin mit Leidenschaft für die Masche nicht alleine dasteht, bemerkt auch Klara Karin Schöttel vom Seminarzentrum Steiermarkhof in Graz. Als Organisatorin zahlreicher Handwerkskurse verzeichnet sie gerade bei jenen, wo’s ums Stricken geht, verstärkten Zulauf: „Ja, das Stricken liegt auf jeden Fall wieder im Trend. Wir haben hier schon seit drei Jahren die sogenannte ‚Maschenkultur‘, ein vierzehntägiger Treff von rund zehn Strickbegeisterten. Eine kleine, feine Runde, die viel Spaß hat“, erklärt Schöttel.

Grenzenlose Kreativität

Spaß, darum geht es auch, wenn die Stricknadeln klappern. Längst sind es nicht mehr irgendwelche öden Muster, die einem vorgegeben werden, wie einst von der Frau Lehrerin, sondern der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – weder vom Material her noch von den Formen und Farben. Und so sind auch die Fachgeschäfte, in denen man noch ein gutes Angebot an Wolle und Zubehör erhält, nicht ganz von der Bildfläche verschwunden und die Angebote an Kursen werden allerorts deutlich mehr. Auch des Freilichtmuseum Stübing bietet unter dem Titel „Einfach stricken“ Anreiz und Anleitung zum neuen, alten Handwerk.

 

Foto: Birgit Schrambeck

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