Tief verbunden in der Not

Bei der Umfrage von NL zum Extremwetter kam ganz klar zum Ausdruck: In Notzeiten halten die örtlichen Gemeinschaften zusammen!

Nach einem schweren Hagelunwetter, Sturm oder Hochwasser zeigt sich der Wert einer lebendigen Nachbarschaft, einer stets einsatzbereiten freiwilligen Feuerwehr und einer funktionierenden Gemeindevertretung.

Die Steiermark kann sich glücklich schätzen, dass die Fundamente der örtlichen Hilfs-einrichtungen noch halten. Bei der NL-Umfrage im September gaben von 319 teilnehmenden Bauern und Bäuerinnen über 55 Prozent an, dass sie die Unterstützung der örtlichen Gemeinschaft nach der Naturkatastrophe als „sehr gut“ erlebt hätten. Und 39 Prozent empfanden sie zumindest als „gut“.

Spitzenwerte

„Im ländlichen Raum und in der Bauernschaft besteht eine ganz große Hilfsbereitschaft nach Naturkatastrophen. Dafür möchte ich herzlich danken!“ - Landesrat Hans Seitinger

„Im ländlichen Raum und in der Bauernschaft besteht eine ganz große Hilfsbereitschaft nach Naturkatastrophen. Dafür möchte ich herzlich danken!“ – Landesrat Hans Seitinger

Das sind absolute Spitzenwerte. Dies weiß auch Landesrat Hans Seitinger. Für ihn dokumentieren diese Ergebnisse eindrucksvoll die besondere menschliche Qualität des ländlichen Raumes und der Bauernschaft. „Hier wird Hilfsbereitschaft noch ganz groß geschrieben“, betont Seitinger. „Ich möchte das zum Anlass nehmen, um allen, die das leben und tragen, ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Wir sollen aber auch intensiver darüber nachdenken, wie wir diese Kostbarkeit absichern und bewahren können. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie dazu beitragen kann, die durch den Klimawandel drohende Häufung von Naturkatastrophen zumindest in der Aufarbeitung zu bewältigen.“ Wie wichtig das Zusammenhalten nach einer Naturkatastrophe ist, weiß die Bevölkerung von Stanz sehr genau. Hier hatte es am 25. Juli in einer knappen halben Stunde 90 Liter pro Quadratmeter geregnet. Es kam zu großflächigen Hangrutschungen, Murenabgängen, Verklausungen und Überflutungen.

„Es war großartig, wie in dieser schweren Zeit alle zusammenhielten“, betont Bauernbundobmann Karl Grassauer. Und nach dem Miteinander-Arbeiten wurde auch miteinander gefeiert. Nachdem alle gröberen Schäden beseitigt waren, gab es drei Wochen später ein großes Dankeschönfest mit allen Helfern. Und alle, die dabei waren hoffen, dass Stanz in Zukunft von solchen Wetterkatastrophen verschont bleibt. Hier kommen Sie zu unserer Umfrage.

Katastrophengebiet Stanz

Am frühen Nachmittag des 25. Juli kam es in Stanz zu einem Starkregen-Ereignis mit einem gemessenen Niederschlag von 90 Liter pro Quadratmeter in nur 20 Minuten. Großflächige Hangrutschungen, Murenabgängen, Verklausungen und Überflutungen waren die Folge. Die Anzahl der bedrohlichen Großschäden wuchs binnen kurzer Zeit auf 26 an. Vier Anwesen mussten evakuiert werden.

Nach einer ersten Schadensaufnahme durch die FF Stanz und den Bürgermeister wurden die Experten des Landes und der Bezirkshauptmannschaft kontaktiert. Schon in den frühen Abendstunden wurde Stanz offiziell zum Katastrophengebiet erklärt.

Nicht nur die FF Stanz und Feuerwehren der Umgebung, sondern viele ehrenamtliche Helfer standen in den ersten Tagen im Dauereinsatz. Nach drei Tagen bekamen sie Unterstützung durch 130 Soldaten des Pionierbataillons 1 aus Villach. Auch Hubschrauber wurden eingesetzt.Mit einem Dankeschönfest zu Ehren aller zivilen und militärischen Helfer am 11. August wurde der Katastropheneinsatz in der Stanz offiziell beendet.

 

Fotos: Brodschneider

 

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