Teil 2: Kommunikation und Körpersprache – Flirten funktioniert über viele Kanäle

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance, das stimmt. Aber: Der erste Eindruck ist meist nur ein Vorurteil! Von da an ist man gefordert, alles einzusetzen, um ein wahres Bild vom potentiellen Flirtpartner zu machen. Wie man das anstellt? Dazu gibt Flirtcoach Josef Moser im zweiten Teil der „Flirt-Serie“ Tipps und Ratschläge.

In Teil 1 der Flirtserie drehte sich alles um das perfekte Umfeld für einen Flirt. Flirtcoach Josef Moser verrät im zweiten Teil alles über die richtige Kommunikation:

„Über die Möglichkeiten der Kommunikation und Körpersprache senden wir verbale und nonverbale Signale an unseren Flirtpartner, die wiederum durch verschiedene Kanäle und feinste Antennen aufgenommen werden können“.

3 Grundregeln:

  • Bereitschaft und Ziel müssen sonnenklar sein
  • Alle offenen Sinne einsetzen
  • Flexibilität im Handeln ist gefragt

Marion und Rene sitzen sich gegenüber und „spiegeln“ ihr Verhalten. Eine gute Übereinstimmung erreicht man, wenn vom Flirtpartner unbewusst die ähnliche Körperhaltung angenommen wird.

Der legendäre Ausspruch des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick – „Man kann nicht nicht kommunizieren“ gewinnt gerade beim Flirten eine tiefe Bedeutung. Über die Körpersprache kommunizieren wir oft deutlicher als wir das wahrhaben wollen.

Nonverbale Signale senden wir über:

  • Körperhaltung  (positiv, motiviert – müde, zurückhaltend)
  • Augen  (offen, bereitwillig, ehrlich – Blick abschweifend, unehrlich)
  • Mimik, Mienenspiel (sympathisch, freundlich – unmotiviert, ängstlich)
  • Gestik (offen, aktiv  – verschlossen, abweisend)
  • Haut (entspannt, durchblutet – nervös, blass)
  • Atem (ruhig, energetisch – stockend, Atemnot)

Ein sympathisches Lächeln und ein schönes, ehrlich gemeintes Kompliment kann jedes Gespräch aufpeppen.

-> Es liegt also an jedem einzelnen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und achtsam alle Sinne zu verwenden, um Dinge beim Flirtpartner zu erkennen, die andere nicht bemerken. Das schafft einen klaren Wettbewerbsvorteil im Werben um andere.  

 

Kein Aus per sms

  • Dem Zeitgeist entsprechende neue Medien (Handy, Internet und Co.) bringen – was die Anbahnung von Beziehungen betrifft – sicher große Vorteile.
  • Was wir jedoch verlernen ist ganz simples Kommunizieren.
  • Absolutes No ist die Unsitte, schwerwiegende emotionale Entscheidungen ohne persönliche Worte, indem man sich zumindest noch einmal mit dem Flirtpartner trifft, über SMS auszurichten … mit den schlichten Worten – „Es ist AUS“.

Geduld aufbringen: Wer sich selbst oder von anderen unter Druck gesetzt wird, erreicht oft das Gegenteil.

Tipp: Achtung, das kann schwerwiegende Auswirkungen auf das persönliche Image haben, und spricht sich schnell wie ein Lauffeuer in der Szene herum!

Flexibilität

  • Flexibilität an den Tag legen meint, initiativ zu werden und lockeren Smalltalk zu führen.
  • Prickelnde Gespräche führen verlangt Kreativität und Ideenreichtum, nur so setzt man sich von der Konkurrenz wirklich ab.
  • Die klassischen Gesprächsthemen – übers Wetter, oder was man grad so macht – sind wirklich nichts Besonderes. Vielmehr beeindruckt man sein Gegenüber mit einem Hinweis auf seine sehr natürliche Ausstrahlung, ihr oder sein Lächeln (nur wenn es auch so gemeint ist), oder mit dem Hinweis auf Besonderheiten des Outfits oder seine ruhige oder seine lustige Art, wodurch einem der Flirtpartner besonders aufgefallen ist.
  • Wenn das Gespräch einmal anläuft und man entdeckt gemeinsame Interessensfelder, entsteht ein guter Draht. Oberstes Gebot dabei ist es dem Flirtpartner genügend Respekt, Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen. Grenzen einhalten ist das Um und Auf.

    Ermunternde Flirtsignale sind Farben, offene Haare, weitere Ausschnitte. Und: Menschen, die eher ruhig sind, müssen sich nicht verstellen. Gerade eine ruhige Ausstrahlung kann sehr anziehend wirken.

 

Tipp vom Flirtcoach

  • Anzüglichkeiten haben beim Kennenlernen nichts zu suchen. Vorsicht, wenn man Komplimente über Körperteile des Flirtpartners macht.
  • Kumpel – Wer sich als Kumpel oder Therapeut verkauft, ist selber schuld
  • Sex – Um Zuneigung wimmern und betteln ist beim Flirt strengstens verboten
  • Jetzt braucht es wieder Beobachtung und flexibles Agieren. Flirtpartner lieben es Gespräche zu führen, die sie auf irgendeine Weise weiterbringen.
  • Aktives Zuhören – müssen wir oft wieder lernen, so beantwortet sich die Frage, nach der Länge eines Gespräches von selbst!
  • Offene Fragen – sollte ein Gespräch einmal ins Stocken geraten, so ist jede Pause, die unpassend erscheint, leicht mit „offenen Fragen“ zu überbrücken.
  • Leicht zu merken, das sind alle W-Fragen (Wer, Was, Wo, Wann …)
  • Achtung: Warum und Wozu vermeiden! (entsteht Rechtfertigungsdruck)

 

Frage an alle: Welcher ist der wichtigste von zehn fehlgeschlagenen Flirtversuchen? (Auflösung in Teil 3)

Fotos: Josef Moser

Hier geht’s zu Teil 1.

 

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