Ein Jahr voller Tatendrang

Mit der Energie des neuen Jahres werden auf steirischen Betrieben viele Vorhaben in die Praxis umgesetzt. Ein Lokalaugenschein auf steirischen Bauernhöfen, die Beispiele dafür sind, dass im Jahr 2018 viel in Bewegung sein wird.

Ganz im Zeichen des Frostschutzes stehen die nächsten Monate für Fritz Prem aus Kaindorf bei Hartberg. Wie viele andere steirische Betriebe war auch er 2016 mit einem totalen Ernteausfall konfrontiert. „Eine Frostversicherung mindert zwar den wirtschaftlichen Schaden, stellt aber keine Versorgung des Marktes sicher. Wir haben daher unseren kleinen Bewässerungsteich 2017 stark vergrößert und können in diesem Jahr bereits acht Hektar beregnen.“ Für die verbleibenden Flächen möchte Familie Prem in der Zukunft neue Technologien ausprobieren.

Fritz Prem schützt 2018 bereits 8 Hektar seiner Bio-Äpfel mit einer Frostberegnung

Für Stefan Potzinger aus Gabersdorf gibt es eine klare Linie beim Thema Nachhaltigkeit – für ihn steht die CO2-Neutralität seiner Weine ganz im Vordergrund. „Schon jetzt setzen wir sowohl im Weingarten als auch in der Weinproduktion und der Vermarktung auf klimaneutrale Produktionsweisen wie Photovoltaik oder e-Mobilität“. Vom „Wettrüsten bei der Traktormotorisierung“ hält Stefan Potzinger nichts und möchte für seinen Betrieb im Zuge des Projektes „Nachhaltig Austria“ auch eine CO2-Bilanz erstellen lassen.

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Für Stefan Potzinger steht in Zukunft die CO2-Neutralität seiner Weine im Fokus

Für Hans-Peter Spindler aus Hartl ist das Projekt „Humusaufbau“ der Ökoregion Kaindorf ein voller Erfolg. Er möchte diese Bewirtschaftungsform 2018 daher auf all seinen Flächen anwenden. „Wir haben schon vor zehn Jahren begonnen uns mit diesem Thema zu beschäftigen, und können bei den ersten Äckern einen Anstieg der organischen Substanz von drei bis vier Prozent beobachten.“ Der konventionell geführte Schweinemastbetrieb mit 180 Muttersauen und 540 Mastplätzen arbeitet auf 90 Hektar Ackerfläche mit einer ideenreichen Fruchtfolge: Zwischenfrüchte und Winterbegrünung in Kombination mit Betriebsdünger und reduziertem Pflugeinsatz, ergeben das Erfolgsrezept einer ständigen Durchwurzelung des Bodens und dem damit verbundenen Aufbau von organischer Substanz.

Ein gesunder Boden mit hohem Humusgehalt ist für Hans-Peter Spindler die Zukunft

Maximilian Kopper aus Stambach bei Grafendorf ist Raumberg-Absolvent, gerade mit dem Bundesheer fertig und steigt nun mit frischem Elan in den elterlichen Bio-Milchviehbetrieb ein. Mit 60 Kühen bewirtschaftet die Familie etwa 40 Hektar Acker- und Grünlandfläche. Der Betrieb soll nun im Frühjahr um zwei Stalleinheiten für je 4800 Bio-Masthennen erweitert werden. „Das wird ein turbulentes aber aufregendes Jahr“, freuen sich die Eltern Maria und Manfred Kopper.

Familie Kopper erweitert den bio-Milchviehbetrieb und setzt auf Masthennen

Franz Labugger aus Lebring, Obmann der „Gemeinschaft steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“, bietet seinen Kunden Kernöl in Form von Kaviar an. Bei diesem patentierten Verfahren wird das grüne Gold mit einer zarten Membrane ummantelt die später beim Genuss im Mund zerplatzt. Diese international geprägte Produktneuheit wird in Spanien mit 100 Prozent steirischem Kürbiskernöl hergestellt und soll nun den russischen Markt erobern. „Wir konnten trotz der Wirtschaftssanktionen wichtige Kontakte in die Spitzengastronomie und zu Spezialitätenläden in Moskau herstellen und so auf legalem Wege erste Vertriebsstrukturen aufbauen“, freut sich Franz Labugger.

Mit ihrem Kernöl-Kaviar möchte Familie Labugger den Russlandmarkt erobern

Alle Fotos: Privat

Beitragsbild: fotolia.com

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