Strategien gegen Naturkatastrophen

Naturkatastrophen haben in den letzten Jahren enorm zugenommen – sowohl in Hinblick auf Häufigkeit als auch Intensität. So vergehen zwischen einzelnen, extremen Wetterkapriolen nicht mehr Jahrhunderte, sondern oftmals wenige Wochen oder gar Tage.

Die Rede ist hierbei von klimabedingten Phänomenen wie Dürre, Hochwasser, Hagel und Frost, welche die Wasser- aber auch die Landwirtschaft in der Steiermark gravierend in Mitleidenschaft ziehen. Auch die Forstwirtschaft wird nicht verschont: Aufgrund vermehrter Trockenperioden und steigender Temperaturen fügen beispielsweise Borkenkäfer steirischen Wäldern weitreichende Schäden zu.

„Es ist höchste Zeit, umfassende Strategien gegen Naturkatastrophen auszuarbeiten und die Entwicklung nachhaltiger und effizienter Maßnahmen einzuleiten. Zusätzlich müssen auch transparente Versicherungsmodelle zur existenziellen Absicherung erarbeitet werden, um gemeinsam den zunehmenden Wetterkapriolen entgegen zu wirken“, betont Agrarlandesart Hans Seitinger die prekäre Lage.

Im Rahmen einer Konferenz in Graz zum Thema Klimaschutz lud Seitinger umfangreiche Expertenteams ein, um gemeinsam die organisatorische, inhaltliche sowie finanzielle Ausgestaltung des großangelegten, steirischen Maßnahmenprojekts zu besprechen. Noch im Juni sollen die ersten konkreten Expertenteams verschiedene Arbeitsschwerpunkte präsentieren.
Die Strategien werden präventive Klimaschutz- sowie Sofortmaßnahmen und technische Lösungen beinhalten, um beispielsweise den Fortbestand von Spezialkulturen wie Wein, Obst und Gemüse sicherzustellen.

Als eine Sofortmaßnahme kann dabei die dringend benötigte Bewässerung zum Schutz von Spezialkulturen gegen Frost genannt werden. Darüber hinaus ist die Ausarbeitung umfassender Risiko-Versicherungsmodelle geplant, mit deren Hilfe Fragen wie die existenzielle Zukunft vieler Bäuerinnen und Bauern adressiert werden. Dazu rief Landesrat Seitinger sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene verschiedene Projektpartner zusammen – wie zum Beispiel meteorologische Forschungszentren, bäuerliche Produktions- und Interessensvertretungen, zuständige Fachabteilungen, die Hagelversicherung, Forschungs- und Versuchseinrichtungen. Federführend wird Franz Prettenthaler sein, Leiter LIFE – Zentrum für Klima, Energie und Gesellschaft bei JOANNEUM RESEARCH, wobei er auch die Gesamtkoordination des Projekts übernehmen wird. Die beteiligten Expertengruppen werden in den Bereichen technische Maßnahmen, neue Pflanzenzüchtungen, Versicherungslösungen, langfristige Strategien, sowie Forschungs- und Entwicklungsbegleitung mitwirken.
Das Ziel von Seitinger besteht darin, das Vorhaben bundesland- aber auch staatenübergreifend als dringend notwendiges Projekt voranzutreiben, um vonseiten der zuständigen Ministerien und der EU-Kommission finanzielle Unterstützung zu erhalten. Dabei erwartet sich der Wasser- und Agrarlandesrat eine massive Beteiligung von allen Seiten, zumal die Problematik „Naturkatastrophen“ vor allem in Zentraleuropa stark ausgeprägt ist.

Seitinger abschließend: „Wie stark die Dramatik in und außerhalb der Landwirtschaft ist, haben die letzten Frostkatastrophen gezeigt: Es sind viele Arbeitsplätze in den Bereichen Logistik, Verkauf und Verpackung von Lebensmitteln verloren gegangen. Es sind somit nicht nur bäuerliche Familienbetriebe von Naturkatastrophen betroffen, sondern auch Gewerbebetriebe und unzählige Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die damit in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher ist das Einleiten dieser Strategien eine dringend erforderliche Maßnahme – sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Wirtschaft und Gesellschaft.“

 

Foto: Lebensresort

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*