Steirischer Holzbau als Antwort auf Erdbeben

Die Anzahl von Naturkatastrophen verdichtet sich, was rasches Handeln erfordert. Deshalb investiert man in der Steiermark in einen Baustoff, der Erdbeben und Stürmen standhält: Holz.

Dass wir in seismographisch bewegten Zeiten leben, zeigen die verheerenden Erdbeben und Naturkatastrophen, die in den letzten Jahren immer häufiger auftraten. Das erfordert Handeln – besonders im baulichen Bereich. Deshalb investiert der steirische Holzbau in Forschung und Entwicklung, um Systeme anzubieten, die aufgrund ihrer Eigenschaften Erdbeben und Stürmen standhalten. Denn überall, wo es um Druck und Zug, oder Reiben und Rütteln geht, ist Holz als Baustoff unschlagbar. Dessen ist sich auch Landesrat Hans Seitinger sicher: „Viele Menschen könnten noch leben, wäre ihr Haus aus diesen Holz-Systemen gebaut worden. Die innovative Holzzukunft hat aber erst so richtig begonnen.“  

Brettsperrholz verändert Bauen mit Holz

Wie stark und innovativ die Steiermark in Sachen Holzbau ist, demonstriert beispielsweise das Institut für Holzbau und Holztechnologie der TU Graz unter der Leitung von Univ. Prof. Gerhard Schickhofer gemeinsam mit österreichischen Unternehmen schon seit vielen Jahren. So hat die massive großformatige Fläche im Holzbau, bekannt als Produkt Brettsperrholz (BSP), das Bauen mit Holz weltweit verändert und eine Marktöffnung des Holzbaus bewirkt. Bis zu den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Holzbauten in Form stabförmiger Strukturen errichtet. Mit der Entwicklung und Einführung von Brettsperrholz vor rund 25 Jahren veränderte sich das Bild des Holzbaus. Heute findet sich kaum noch ein Holzbau, wo nicht auch Brettsperrholz zum Einsatz kommt.  

Weltweit

Und das über die österreichischen Grenzen hinaus. Zwei Drittel der weltweit jährlich produzierten 650.000 m3 Brettsperrholz sind mit „Made in Austria“ gekennzeichnet. Zwei der größten und zugleich innovativsten BSP-Produzenten – KLH und MayrMelnhof – befinden sich in der Steiermark. „Mittlerweile verteilen sich Holzbau-Projekte über die ganze Welt. Als Beispiel darf ich das Projekt am Nordkap anführen. Hier gibt es eine Forschungsstation, welche wir an der Spitze bei Spitzbergen errichten durften. Nicht zuletzt durch steirische Innovationen können ganze Gebäudeteile in der Produktionshalle vorgefertigt werden. Damit ist man bei der Errichtung eines Bauwerks nicht mehr von der Witterung abhängig und spart Zeit und Kosten. Dem Holzbau sind in punkto Kubatur, Höhe und Form fast keine Grenzen gesetzt“, erklärt Franz Mayr-Melnhof-Saurau, Eigentümer des größten Privatforstbetriebs Österreichs.

Bild: Gerhard Schickhofer, Franz Mayr-Melnhof-Saurau und Hans Seitinger sind stolz auf die Innovationen im steirischen Holzbau. Foto: Lebensressort 

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