So wappnet man sich gegen Hitze

Der Körper baucht bei hohen Temperaturen ausreichend Flüssigkeit, kluge Abkühlung und möglichst wenig schwere Anstrengungen.

Bei all der Arbeit, die im Sommer in der Landwirtschaft anfällt, wird oft vergessen, dass unser Körper vor der Hitze auch geschützt werden muss. Wesentlich ist die ausreichende Versorgung mit antialkoholischen und koffeinfreien Getränken: „Der Körper braucht zwei bis drei Liter pro Tag, am besten Wasser oder verdünnte Säfte“, rät Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes.

Weil ein Durstgefühl erst einsetzt, wenn man schon viel Flüssigkeit verloren hat, sollte man bereits trinken, wenn man noch gar nicht durstig ist. Öfter kleinere Mengen zu sich zu nehmen fördert dabei das Wohlbefinden. Um der Vergesslichkeit im Arbeitstrubel ein Schnippchen zu schlagen, verbindet man eine regelmäßige Tätigkeit mit dem Griff zum Wasserglas – zum Beispiel das Hören von Radionachrichten.

Leicht und luftig

Weite, helle, und luftige Kleidung, eine leichte Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme schützen den Körper im Freien. Regelmäßige Pausen sind wichtig, für die Jause empfiehlt sich leichtes, gut verdauliches Essen mit viel Gemüse und Früchten. An besonders heißen Tagen ist es ratsam, sich so wenigen Anstrengungen wie möglich auszusetzen – vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 16 Uhr.

Es wäre sinnvoll, die Mittagspause zu verlängern und vor allem die Morgen- und Abendstunden zu nutzen. Mehrmals am Tag sollten kühlende Maßnahmen auf dem Plan stehen. Eine kühle – keine kalte – Dusche oder die Kühlung von Stirn, Nacken, und Puls tun dem Körper gut. Kalte Umschläge, kühle Unterarmbäder und Fußbäder wirken ebenfalls erfrischend. Der längere Aufenthalt in einem kühlen Bereich hat bereits einen massiven Entlastungseffekt für den Körper. Auch Plätze im Uferbereich von Gewässern oder schattige Grünflächen eignen sich dafür.

Pumpzerstäuber

Betagte Menschen schwitzen weniger als Kinder und jüngere Erwachsene. Ihre Körpertemperatur wird daher nicht ausreichend reguliert. Eine gute Möglichkeit für betagte Menschen ist das Besprühen mit Wasser mit einem Pumpzerstäuber. Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel und Füße werden besprüht und nicht abgetrocknet – das verdunstende Wasser kühlt den Körper auf angenehme Weise.

Schwere körperliche Arbeit bei großer Hitze bedeutet ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit. Wenn dem Körper die Temperaturen zu viel werden, macht sich dies bemerkbar: „Kopfschmerzen, Schlappheit, Schwindel, Krämpfe in Armen oder Beinen oder ein trockener Mund sind Warnsignale und können auf einen Hitzenotfall hindeuten“, erklärt Wolfgang Schreiber vom Roten Kreuz. Die Symptome sind bei einem Sonnenstich und bei einem Hitzschlag ähnlich. Ein Sonnenstich ist eine Reizung der Hirnhaut durch direkte Sonneneinstrahlung, ein Hitzschlag ein Wärmestau im Körper. „Wenn jemand solche Beschwerden hat, sollte man mit ihm als erstes in den Schatten gehen und kalte Umschläge auf den Kopf legen. Die Person sollte aufrecht sitzen und Wasser trinken“, rät der Arzt. Wenn sich der Zustand nicht verbessert, muss die Rettung gerufen werden.

Eine Gefahr in der heißen Jahreszeit ist auch das Baden. Jedes Jahr gibt es Ertrinkungsopfer zu beklagen. Vor allem auf Kleinkinder sollte man jederzeit ein Auge haben, wenn Wasser in der Nähe ist. „Im Gegensatz zu Erwachsenen strampeln und schreien sie nicht, wenn sie sich nicht über Wasser halten können. Kinder ertrinken leise“, warnt der Chefarzt. Neben Kindern sind auch Ältere oder Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen gefährdet: „Gerade ihnen droht eine Kreislaufschwäche, wenn sie sich zu sehr anstrengen“, sagt Schreiber. Das kann im Ernstfall tödlich enden.

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