„So geht es einfach nicht!“

Praxisfremde Düngerobergrenzen und nicht nachvollziehbare Feststellungen von Ertragslagen auf Ackerflächen setzen den heimischen Landwirten entlang der unteren Mur enorm zu. NEUES LAND wollte sich vor Ort ein Bild zur Lage machen.

Christian Scheucher versteht die Welt nicht mehr. Er ist nämlich einer der 1800 vom Regionalprogramm betroffenen Landwirte. Gemeinsam mit seiner Gattin Katrin betreibt er einen Gemüsebaubetrieb in Premstätten und sieht seine Zukunft massiv in Gefahr: „Ich werde sicher nicht jammern und alles schlecht reden, aber diese Verordnung ist für mich eindeutig praxisfremd.“ Dabei spielt Scheucher auf den neuen Regionalprogramm-Kataster an, der die Ackerflächen entlang der Mur durch unterschiedliche Färbungen in verschiedene Ertragslagen einteilt: „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum gewisse Flächen mit mittlerer Ertragslage und andere Flächen mit geringer Ertragslage gekennzeichnet sind.“ Denn diese Kennzeichnung hat massive Auswirkungen auf die Düngung der Kulturen unter Bedachtnahme der Vorfrucht. Je geringer die Ertragslage sei, desto niedriger seien auch die Stickstoffobergrenzen bei der Düngung – auch wenn es sich dabei oft um schwere Böden handle. Und genau dort sei die Gefahr der Stickstoff-Auswaschung wesentlich geringer. Gleichzeitig gebe es leichte Böden in der Nähe der Brunnenschutzgebiete, die in Zukunft stärker gedüngt werden dürfen.

Für die Region

„Wir arbeiten in unserem Bereich sehr transparent und wollen sicher nicht als Grundwasser-Verschmutzer hingestellt werden“, stellt Scheucher zu diesem Thema fest. Sowohl das AMA-Gütesiegel als auch verschiedenste Kontrollen der Handelsketten beweisen dies eindrucksvoll. Am Betrieb werden acht Hektar Frühkartoffel, vier Hektar Salat, 1,5 Hektar Weißkraut und 0,5 Hektar Knoblauch für den Großhandel angebaut. Ein Großteil der Ernte wird an Vermarkter in der näheren Umgebung abgegeben und darauf ist Christian Scheucher auch besonders stolz: „Wir produzieren absolut nachhaltig für Konsumenten, die unsere Nachbarn sind und die – wie wir – auf sauberes Grundwasser größten Wert legen. Auch deshalb müssen wir darauf achten, dass sie nicht nur allein mit unseren Produkten sondern auch mit unserem Engagement in Sachen Umweltschutz zufrieden sind.“ Nicht zuletzt deshalb hofft der Gemüsebauer, dass sich die Verantwortlichen auf eine Lösung einigen, die für alle Betroffenen – also für Landwirte, Konsumenten und Wasserversorger – akzeptabel ist.

 

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