Sicherheit am Hof und im Netz

Viele Menschen fühlen sich zunehmend unsicher – auch am Land. Dabei geht es nicht nur um Einbrüche und Diebstähle. Auch im Internet lauern Gefahren.

Laut Kriminalstatistik ging die Gesamtzahl der Anzeigen 2015 in der Steiermark um 1,6 Prozent zurück. Die Vergehen auf landwirtschaftlichen Anwesen haben sich sogar markant verringert. Das Sicherheitsgefühl der Menschen hat sich aber nicht verbessert. Das ist zum Teil auch berechtigt. Wirklich unsicher ist es aber nicht am Hof, sondern vor allem im Internet: über elf Prozent Steigerung bei der Cyberkriminalität – österreichweit.

Eine der häufigsten Arten von Internet-Betrug ist das Phishing. Fingierte Mails sollen den Eindruck erwecken, dass sie von einer Bank oder anderen Unternehmen kommen. Der Empfänger wird aufgefordert, einen Link anzuklicken, über den er zu einer meist täuschend echt aussehenden Betrugs-Webseite geleitet wird. Dort soll er seine persönlichen Daten eingeben. „Kein seriöses Unternehmen fordert per Mail zur Eingabe von persönlichen und sensiblen Daten und Passwörtern auf“, weiß Ute Eberhart von der Landespolizeidirektion Steiermark.  Auch die Hoffnung auf Zweisamkeit lässt unvorsichtig werden. Beim „Love Scam“ wird das Opfer nach Aufbau einer Vertrauensbasis und Vortäuschung von Liebe in eine Affäre verwickelt und in weiterer Folge finanziell ausgebeutet, etwa durch Vortäuschen von Schicksalsschlägen wie einem Todesfall in der Familie. Auch über soziale Netzwerke machen sich flirtwillige Damen über Fake-Profile als Lockvögel an ihre Opfer heran und motivieren zu sexuellen Handlungen vor der Webcam. Diese werden aufgezeichnet und damit das Opfer erpresst. Meist per Internet werden mit schönen Fotos besonders günstige Immobilien zum Kauf oder zur Miete angeboten. Diese kann aufgrund eines Vorwandes, etwa Auslandsaufenthalt des Besitzers, nicht besichtigt werden. Nach Überweisung von Kaution oder Anzahlung, meist über Geldtransfer-Dienstleister wie Western Union, wird angeblich der Schlüssel  zugesandt – der nie kommt. In Wirklichkeit existiert die Immobilie gar nicht oder ist nicht zu haben.

Natürlich muss auch der Hof gut abgesichert sein. Ute Eberhart: „Alarmanlagen sind wegen der Bewegung von Menschen und Tieren am Hof schwer zu realisieren. Deshalb hat sich der Hund als mobile Alarmanlage bewährt, wobei Kettenhaltung verboten ist.“ Sie rät auch zu starken Lichtquellen mit Bewegungsmeldern. Diese dürfen die Tiere am Hof aber nicht stören. Mechanische Sicherungen wie Radkrallen, Ketten, Stahlseile oder Schlösser verwenden. Versperrbare massive Tore bei den Wirtschaftsgebäuden, auch auf der Rückseite, erschweren Einbrüche und schrecken ab. Einbruchshemmende Türen mit der Widerstandsklasse 3 und Fenster mit 2 werden für das Wohnhaus dringend empfohlen. Diese Sicherheit lässt sich auch nachrüsten. Auch Kellerfenster sichern. Je mehr Hindernisse es zu überwinden gilt, desto eher lässt der Einbrecher von seinem Vorhaben ab. Die Polizei bietet die kostenlose Besichtigung des Hofes durch geschulte Beamte an. Anmeldung bei jeder Polizeidienststelle oder beim Landeskriminalamt unter 05913360-3333 oder per Mail LPD-ST-LKA-Kriminalpraevention@polizei.gv.at .

So schützen Sie Haus und Hof

  • Lichtquellen mit Bewegungsmelder installieren
  • Mechanische Sicherungseinrichtungen verwenden, zum Beispiel Schlösser und Ketten
  • Maschinenpark registrieren und fotografieren
  • Versperrbare massive Türen und Tore
  • Wertvolle Geräte einsperren
  • Wenn möglich Einfriedung mit versperrbarem Tor
  • Fahrzeugschlüssel immer abziehen
  • Einbruchshemmende Fenster und Türen
  • Auch bei kurzer Abwesenheit Türen und Fenster verschließen
  • Aufmerksamkeit

So schützen Sie sich im Internet

  • Sichere Internetseiten mit sensiblen Nutzerdaten sind mit „https“ in der Adresszeile und einem Schloss- oder Schlüsselsymbol gekennzeichnet.
  • Adresszeile des Webbrowsers überprüfen. Oft reicht ein Blick, um zu erkennen, dass es sich gar nicht um die richtige Webseite handelt.
  • Die wichtigsten Internetseiten wie zum Beispiel Bankzugang etc. als Favoriten im Browser einrichten und nur diese verwenden.
  • Für jeden Dienst eigenes Passwort.  Es sollte mindestens 8 Zeichen lang sein und aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen bestehen. Regelmäßig ändern.
  • Keine Dateianlagen von E-Mails unbekannter Herkunft öffnen und nicht auf die Links darin klicken.
  • Virenschutzprogramm und Firewall installieren und regelmäßig aktualisieren.
  • Keine Kopien von Ausweisen oder Dokumenten übermitteln.
  • Eigene Identität im Netz schützen. Keine persönlichen Daten bekanntgeben.
  • Nicht auf Erpressungsversuche eingehen, Kontakt sofort abbrechen und anzeigen. Rat und Unterstützung gibt es bei der Cybercrime-Meldestelle im Bundeskriminalamt unter der E-Mail-Adresse against-cybercrime@bmi.gv.at . Dort werden  Anfragen vertraulich behandelt und Daten unterliegen dem Datenschutz.

 

Foto: fotolia.com/vchalup

 

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