Schwere Zeiten für die Bohne

Noch bevor die Käferbohnen-Ernte in der Steiermark abgeschlossen ist, steht fest, dass es für die Landwirte im Süden und Osten schwere Ertragsausfälle gibt. Hitze und Trockenheit waren Schuld, sagen die Experten.

Andreas Achleitner, Mitarbeiter der Gartenbauabteilung der Landwirtschaftskammer (LK) Steiermark bringt es auf den Punkt: „Das Problem bei der Käferbohne ist Hitze in Kombination mit geringer Luftfeuchtigkeit.“ Dies bestätigt auch Arno Mayer, Leiter der Pflanzenbauabteilung der LK, der das noch weiter konkretisiert: „Schlimm sind vor allem die Tage über 30 Grad Celsius. Aufgrund des Selbstschutzes werfen die Käferbohnenpflanzen bereits befruchtete Blüten ab, weil sie sie nicht mehr versorgen können.“ Es gilt also das Motto: im Notfall haben die Eltern Vorrang.
Betroffen von der aktuellen Situation zeigt sich auch Prokurist Franz Wagnes. Er ist Feldproduktionsleiter der Firma Alwera in St. Ruprecht an der Raab: „Rund 80 Prozent der Käferbohnenflächen in der Steiermark stehen bei uns im Vertrags-anbau. Das heißt, auf rund 400 Hektar werden für uns Käferbohnen produziert, die wir vermarkten.“ Heuer rechnet man, so Wagnes, mit einer außergewöhnlich schlechten Ernte.

Schlechte Ernte

Spricht man im Normaljahr von rund 800 Kilogramm Durchschnittsertrag pro Hektar, werde sich dieser heuer bei rund 200 Kilogramm oder sogar noch weniger einpendeln. Genaueres könne man, so heißt es, noch nicht sagen, denn derzeit sei die Ernte noch im Laufen. Sie erfolgt übrigens maschinell mittels Mähdrescher. „Zu 90 Prozent wird die Steirische Käferbohne mit Mais als Stützfrucht angebaut“, weiß Franz Wagnes weiter zu berichten. Nur geringe Flächen werden als eigenständige Heckenkulturen geführt. Durch den Mischanbau hält sich auch das Risiko bei Ertragsausfällen der Käferbohne in Grenzen.
Auch bei der Käferbohnenvermarktung zeigt sich die Firma Alwera als Vorreiter. Sie hat eine Idee entwickelt, die den Bohnen-Genuss konsumentenfreundlicher macht: Die Bohne muss bekanntlich über Nacht in Wasser eingelegt und dann gekocht werden – ein recht mühsamer Prozess. In diesem Sinne wurde im Jahre 2003 die genussfertige Käferbohne in der Dose auf den Markt gebracht, die am steirischen Markt sehr gut angekommen ist. Folglich machte man im Jahr 2008 den nächsten Schritt und präsentierte die Käferbohnensuppe in der Dose.

Zukunft

Bei der Saatzucht Gleisdorf wird seit 2012 an der züchterischen Verbesserung der Ertragsstabilität der Steirischen Käferbohne gearbeitet. Aktuell ist eine Linie im Typ „Bonela“ in Entwicklung, deren Pflanzen in der Lage sind, bereits angesetzte Hülsen während starker Hitzeperioden zu halten und damit ein Problem zu lösen, mit dem man bereits wiederholt konfrontiert war.

Herkunft

Die Käferbohne, auch Feuerbohne oder Prunkbohne genannt, ist eine Hülsenfrucht und gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Ihre ursprüngliche Heimat liegt im tropischen Mittelamerika, wo sie heute hauptsächlich als Zierpflanze angebaut wird und teilweise verwildert anzutreffen ist. Im 16. Jahrhundert gelangte die Prunkbohne über Spanien nach Europa, ein zweiter Weg führte im 17. Jahrhundert über die Krim nach Osteuropa. Derzeit beschäftigen sich rund 150 steirische Betriebe auf 500 Hektar mit dem Anbau der Steirischen Käferbohne. Vorwiegend als Mischkultur mit Mais, der als Stützfrucht dient, wird diese beliebte Hülsenfrucht angebaut. Die Ernte erfolgt meist nach dem ersten Frost.

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*