Schutz vor Lebensmitteltäuschung

Österreichs Bäuerinnen sind kompetente Ansprechpartnerinnen für Konsumenten, wenn es um Lebensmittelherkunft geht. Mit der bundesweiten Aktion „Bauernbrot muss Brot vom Bauern bleiben!“ wurden im Vorjahr 43.000 Unterschriften mit dem Ziel gesammelt, eine eindeutige und verpflichtende Herkunftsinformation für Verbraucher umzusetzen.

„Mit den neuen Änderungen im Österreichischen Lebensmittelkodex wird die missbräuchliche Verwendung des Begriffes ‚Bauer‘ bei der Lebensmittelkennzeichnung untersagt. Die Auflagen für gewerbliche Hersteller für eine täuschungsfreie Aufmachung im Falle eines ‚Bauern‘-Produktes wurden verschärft. Um eine lückenlose Umsetzung in der Praxis zu sichern, sind regelmäßige Kontrollen notwendig“, verweist Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der LK Österreich, auf die erfolgreiche LK-Unterschriftenaktion.

LK-Unterschriftenaktion mit Unterstützung der ARGE Bäuerinnen

Die LK-Unterschriftenaktion hat zu Änderungen im Österreichischen Lebensmittelkodex geführt. Der Begriff „Bauer“ darf von nicht agrarischen Betrieben nur mehr für bestimmte typisch bäuerliche Rezepturen verwendet werden. „Für ein Bauernbrot ist Natursauerteig zu verwenden, aber kein Aufbackteigling und keine Backmischung. Begriffe wie ‚Alm- und Bauernbutter‘ wurden komplett gestrichen. Gemäß Kodex Fleisch darf die Bezeichnung ‚Bauer‘ im Produktnamen nur mehr verwendet werden, wenn nach bestimmten Methoden produziert wird, wie zum Beispiel trocken pökeln, kalträuchern und starke Abtrocknung“, so die Bundesbäuerin weiter. Damit wurde erreicht, dass alle Bezeichnungen, die Qualität vom Bauern vortäuschen und Österreichs Konsumenten irreführen, nicht mehr erlaubt sind.

Österreichs Bäuerinnen sind kompetente und überaus glaubwürdige Ansprechpartnerinnen, wenn es um Lebensmittelqualität geht. Ein Schwerpunkt ihrer Öffentlichkeitsarbeit ist die Information der Konsumenten über die hohe Qualität und den Wert heimischer Nahrungsmittel aus bäuerlicher Produktion. Bäuerinnen wissen am besten Bescheid wieviel Zeit, Arbeit, Energie und Betriebsmittel in einem wertvollen Lebensmittel stecken. Es müssen Natur, Wetter und Arbeitseinsatz gut abgestimmt sein, um kontinuierlich genügend Produkte in hoher Qualität zu liefern. „Nach wie vor ist es beim Lebensmitteleinkauf nicht immer leicht, gleich auf den ersten Blick heimische Qualität vom Bauern zu erkennen. Bestimmte urige Bezeichnungen wie etwa Almbua-Butter, Bauernwurst oder Bergbauernbrot sind nun für industriell oder gewerblich hergestellte Produkte nicht mehr erlaubt, weil sie den Konsumenten eine bäuerliche Produktion vortäuschen. Die Verschärfung der geltenden Regeln für den Täuschungsschutz erfordert eine verstärkte Kontrolle der bestehenden Kennzeichnungen, um die Verbraucher vor Täuschungen und Irreführungen künftig noch besser zu schützen“, fordert die Bundesbäuerin abschließend.

Die LK-„Unterschriftenaktion Bauernbrot“ hat zu folgenden Ergebnissen geführt: Streichung der generellen Ausnahmen vom Täuschungsschutz für „Bauer“-Produkte im Fleisch- und Backwarenkodex; die Rezeptur für Bauernbrot wurde nach deutschem Vorbild verschärft – Bauernbrot darf nur mit Sauerteig (vorher auch aus Backmischung) erzeugt werden; Bauernbrot nicht als Aufbackteigling; nur noch ein Rezeptur für Bauernbrot statt bisher zwei; Alm- und Bauernbutter wurden im Milchlodex komplett gestrichen und schließlich wurden die Auflagen für gewerbliche Hersteller für die täuschungsfreie Aufmachung im Falle eines „Bauern“-Produkts verschärft.

Die weiteren konkreten Forderungen der ARGE Bäuerinnen lauten nun:

Produktbezeichnung „Bauer“ oder ähnliche Bezeichnungsformen bei Lebensmitteln nur für Produkte bäuerlicher Erzeugung; verstärkte Kontrolle bestehender Lebensmittelkennzeichnungen unter dem Aspekt des Täuschungsschutzes; klarer und kontrollierter Vollzug der bestehenden Täuschungsregeln und die missbräuchliche Verwendung der „bäuerlichen Herkunft“ ist von nichtbäuerlichen Betrieben zu unterlassen.

Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen (www.baeuerinnen.at) wurde 1972 gegründet und vertritt die Interessen von rund 130.000 heimischen Bäuerinnen. Die Koordinierung der in allen Bundesländern vertretenen ARGE erfolgt in der LK Österreich. Die Vorsitzende der ARGE, Andrea Schwarzmann, ist Bergbäuerin im Biosphärenpark Großes Walsertal, Vorarlberg und bewirtschaftet in Raggal einen Bergbauernhof mit Milchwirtschaft und Alpwirtschaft. Sie lebt mit ihrer Familie am Bauernhof in Raggal beziehungsweise ab Juni auf der Alpe Steris im Biosphärenpark Großes Walsertal, wo sie auch einen Alpausschank betreibt. Die Milch der Kühe auf der Alpe Steris wird direkt vor Ort zu Butter und Bergkäse verarbeitet.

 

Foto: Fotolia-fovito

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