Schadensübersicht aller Branchen

Nach den verheerenden Frost- und Schneeschäden sind nun die Betroffenen Bauern dazu aufgerufen ihre Schäden zu melden. Aktuell finden Sier hier eine Liste aller Bundesländer und der geschädigten Kulturen.

 

Bundesland Geschädigte Kultur (außer Wein; eigene Liste)
Kärnten Wintergerste (Schnee), Mais, Soja, Kürbis, Weizen +/- 10.000 ha, 30 bis 100 %
Schneebruch Laubwald (80% der Bäume in mehreren Regionen)
Steiermark Äpfel jeweils 50 bis 100 %, Birnen 50 bis 100 %, Steinobst (Kirsche, Marille etc.) 90 %, Hagelnetze: Zerstörung der gesamten Anlagen auf mehreren hunderten Hektar, Hopfen, Spargel, Holunder, Mais, Soja, Kürbis: je nach Kulturstadium 30 bis 100 %, Frühkartoffeln
Burgenland Obst (Südburgenland) 70 % Mais, Soja, Sonderkulturen, Rübe, Zuckermais, Grünspargel, Frühkartoffeln
Niederösterreich (kleinregional) Obst: stark betroffen, Steinobst (vor allem Marille) sehr stark betroffen,
Mais , Kürbis Wiederanbau, Rübe Wiederanbau
Oberösterreich (mehrere hundert ha betroffen) Kernobst, Kirsche, Marille, Strauchbeeren, Erdbeere, Frühkartoffeln
Tirol (Inntal Haiming/ Innsbruck Land) Gemüse, Obst

Weinbau: Stand der Frostschäden

Nach dem Spätfrostereignis in der Nacht von Montag auf Dienstag vergangene Woche und nach zwei weiteren Kälteeinbrüchen gab es zusätzliche Frostereignisse mit massiven Auswirkungen auf alle Weinbaugebiete Österreichs. Neben Strahlungsfrösten aufgrund klarer Nächte mit der Bildung von Kaltluftseen, gab es vielfach auch Frostschäden durch Kaltluftströmungen, wodurch in vielen Gebieten auch höher gelegene und qualitativ gute Lagen massiv geschädigt wurden.

In vielen Gebieten wurde auch versucht, Maßnahmen, wie Räuchern und Luftverwirbelung durch Hubschraubereinsatz zu ergreifen, wobei derartige Notmaßnahmen wohl nur im Temperaturgrenzbereich geholfen haben. Untenstehend der Versuch, aufgrund der Meldungen die erfrorenen Flächenanteile in den Gebieten abzuschätzen:

Niederösterreich

Westliches Weinviertel 20 %

Östliches Weinviertel 40 %

Südliches Weinviertel: 20%

Wachau 20 %, wobei massivste Schäden in der westlichen Wachau (90%) durch Kaltluftströmungen zu verzeichnen sind

Kamptal 40 %

Kremstal, Wagram 30 %

Traisental 15%

Carnuntum 60 %

Thermenregion 40 %

Niederösterreich gesamt: 30 bis 40 %

Burgenland

Seewinkel 50 %

Leithagebirge, Eisenstadt 40 %

Mittelburgenland 50 %

Südburgenland 50 %

Burgenland gesamt: rund 50 %

Steiermark

In der ersten Frostnacht gab es einen Ausfall von rund 1.000 Hektar, wobei dabei am stärksten die West- und Südsteiermark betroffen waren. Am Mittwoch gab es massiven Schneefall in allen Weinbaugebieten und weitere zwei Frostnächte, weswegen in der Steiermark mittlerweile ein Ertragsausfall von 60 bis 70 % befürchtet wird.

Wien

Aufgrund der Stadtnähe weniger betroffen: 10%

Laut Hagelversicherung sind rund 11.000 Hektar Weinbaufläche (knapp ein Viertel der österreichischen Weinbaufläche) frostversichert.

Forstwirtschaft: Frost- und Schnee-Schäden

Die Frost- und Schneeereignisse in der letzten Aprilwoche haben auch in den Wäldern, vor allem Kärnten und Südoststeiermark, zu Schäden geführt. Speziell die frisch ausgetriebenen Laubholzbestände waren stark betroffen. Die Bäume brachen teilweise unter der zusätzlichen Last des Schnees zusammen. Durch den Frost wurde auch die Verjüngung in Mitleidenschaft gezogen. Neben den jungen Laubholzpflanzen, wie z.B. Nuss, die gerade die Knospen geöffnet haben, ist auch bei der Tanne mit Ausfällen zu rechnen. Schäden sind aber auch in forstnahen Bereichen wie z.B. Christbaumkulturen und Pflanzgärten aufgetreten, wo ebenfalls die jungen Triebe bzw. Pflanzen erfroren sind. Eine Schadensbezifferung kann derzeit noch nicht vorgenommen werden, die Erhebungen dazu laufen.

Exakte Schadenszahlen erst in den nächsten Tagen

In allen Regionen ist der Schaden zum jetzigen Zeitpunkt nach bis zu vier Frostnächten nicht exakt bezifferbar, da erst nach dem Wiedereintreten einer normalen Witterung Erfrierungen feststellbar sind. Auch der unterschiedliche Entwicklungsstand der Kulturen nach Regionen ist mitentscheidend für die Höhe des Schadens. Der derzeitige Gesamtschaden wird auf über 200 Millionen Euro geschätzt, Tendenz steigend. Genaue Schadenssummen sind erst in den nächsten Tagen zu erwarten.

 

 

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