Safran aus Neudorf

Mit dem Safran-Anbau lässt man sich nun in der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft etwas Neues einfallen. Safran, eine Edelwürze, ist rar und sündteuer. Nun wurden auf 100 Quadratmetern Ackerfläche 8000 Stück Knollen ausgesetzt, und schon in etwa sieben Wochen erwartet man die Ernte.

Unter „Stiefingtaler Safran“ wurde das Projekt von der FS-Leiterin Roswitha Walch ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie da von der ARGE Genussbezirk Leibnitz mit dem vormaligen Kammerobmann Josef Kowald, die den Ankauf der Knollen finanzierte. Weiters unter anderen noch im Boot finden sich Starkoch Willi Haider, Lagerhaus Gleinstätten, Austrosaat und das steirische Versuchsreferat.

Das mühsame Anpflanzen besorgte noch vor Eintreffen der Schüler – rund 180 Mädchen und Burschen – die Belegschaft des Hauses auf einem benachbarten Feld mit leichter Bodenbeschaffenheit und viel Sonneneinstrahlung, bei einem Zeilenabstand von 12  und 10 Zentimetern innerhalb der Zeilen sowie in einer Bodentiefe von etwa 10 Zentimetern. Wenn die Knollen erblühen, müssen täglich die blassblauen Blüten abgebrochen, die drei Samenfäden sorgfältig abgezupft und schonend getrocknet werden. Für ein Gramm Safran sind mindestens 240 Blüten erforderlich, dafür kann ein Preis von etwa 40 Euro erzielt werden.

„Alternative Wirtschaftsformen sollen in den Fachschulen versucht werden“, ist Leiterin Walch überzeugt, und erhofft damit auch ein „Hinaustragen“ dieser Innovation in die Öffentlichkeit. Auch FS-Inspektorin Sieglinde Rothschedl glaubt daran, die „Schüler mit neuen Dingen begeistern“ zu können. – Starkoch Willi Haider sagt, man müsse sich an den Geruch des Safrans „herantasten“, und erst in Verbindung mit den diversen Speisen – von Saucen, Fleisch bis hin zu Süßspeisen – komme der Safran zur Anwendung. Und er betonte, dass dieses „kostbare Gewürz“ nicht in Fett, wohl aber in Wasser löslich sei, weshalb es auch vor Anwendung darin aufgelöst werden müsse.

Schon vor 3.000 Jahren habe man den Safran gekannt, weiß Heinz Neunteufel als vormaliger Berater im landwirtschaftlichen Bereich, und er baue für den Eigenbedarf schon 20 Jahre Safran an. – Der Safran entwickelt neue Knollen und bis zu 40 cm lange Blätter, vor allem in den Wintermonaten.

Und: Die erste Safran-Ente soll „hausintern ausprobiert werden“ – darauf freut sich Schulleiterin Walch schon jetzt.

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