Rosegger-Jahr 2018

Mit mehr als 65 Projekten – darunter Ausstellungen, Veranstaltungen und andere Initiativen – gedenkt das Land Steiermark im Jahr 2018 des 100. Todestages von Peter Rosegger und feiert seinen 175. Geburtstag. Die Aktivitäten sollen den Heimatdichter und Schriftsteller wieder stärker ins Bewusstsein rufen, aber auch bislang unbekannte Aspekte von Rosegger thematisieren. Die Feierlichkeiten sind eine Fortsetzung des Rosegger-Impulsjahres 2013 und gewissermaßen Höhepunkt eines 5-Jahres-Programms, mit dem das Land Steiermark das Wirken von Peter Rosegger in seiner ganzen Breite abbilden möchte.

Neupositionierung einer steirischen Persönlichkeit

Kern des Programms sind die Projekte der Steiermärkischen Landesbibliothek, des Universalmuseums Joanneum und der Volkskultur Steiermark GmbH. Sie alle wollen in ihren Ausstellungen, Veranstaltungen, Aktivitäten und Publikationen die bislang weniger beachteten Aspekte von Peter Rosegger präsentieren und das Klischee des romantisch verklärten, im Winter durch tiefen Schnee stapfenden Waldbauernbuben zurechtrücken. So widmet sich das Rosegger-Museum in Krieglach beispielsweise Roseggers Rolle als Gesellschaftskritiker, politischer Aktionist und bürgerlicher Steirer. Die Volkskultur Steiermark GmbH wiederum stellt das Lesen und Schreiben als Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und für eine selbstbestimmte Gestaltung des Lebens in den Mittelpunkt ihrer Projekte.

Digitalisierungsoffensive in allen Bereichen

Hierfür machen sich die Institutionen bislang unbekannte Zeitzeugnisse sowie die Vorteile der Digitalisierung zunutze: Im Rahmen der Ausstellung „Waldheimat und Weltwandel” zeigt das Museum für Geschichte (Graz) erstmals unentdeckte und neu digitalisierte Rosegger-Fotografien des „Hof- und Kammerfotographen” Franz Joseph Böhm (1874-1938). Die Steiermärkische Landesbibliothek digitalisiert den Nachlass von Peter Rosegger und macht so Dokumente und Briefe erstmals weltweit zugänglich. Ein neuer, zeitgemäßer Online-Auftritt (www.peter-rosegger.at) – initiiert durch das Land Steiermark – bündelt Wissen und Informationen rund um das Leben und Wirken von Peter Rosegger.

Steiermarkweites Programm für jeden Geschmack

So vielseitig Peter Rosegger als Person war, so facettenreich sind die weiteren Beiträge zum Roseggerjahr. Große Kulturorganisationen wie die styriarte oder die Oper Graz beteiligen sich genauso am Jubiläum wie kleinere Heimatmuseen und volkskulturelle Verbände aus allen Ecken der Steiermark. In der Waldheimat finden gleich mehrere Veranstaltungen in Gedenken an Peter Rosegger statt: So kommt es unter anderem im Veranstaltungszentrum Krieglach zu einer Neuauflage der Rosegger-Festspiele und – erstmalig in der Geschichte von La Strada – zu einem Gastspiel des Straßenfestivals im Mürztal, am Kluppeneggerhof.

Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann und Volkskulturreferent: Peter Rosegger ist zweifellos eine der bedeutendsten steirischen Persönlichkeiten, sein -Wirken in seiner gesamten Breite ein wertvoller Beitrag zur Geschichte unseres Landes. Mit dem -Rosegger-Jahr 2018 will die Steiermark nicht nur das Andenken an diesen großen Dichter und Denker bewahren, sondern sein Werk im -z-eitgemäßen Kontext neu beleuchten. Es freut mich besonders, dass durch dieses Jubiläumsjahr auch das Miteinander in der Steiermark deutlich sichtbar wird, werden die -vielen -Initiativen doch von unterschiedlichen Organisationen, Institutionen und Vereinen -gemeinsam getragen.

Wolfgang Muchitsch, Wissenschaftlicher Leiter, Universalmuseum Joanneum: Im Gedenkjahr 2018 möchten wir gemeinsam mit unseren Partnern Peter -Rosegger würdigen und abseits von gängigen Klischees darstellen. Unsere beiden Ausstellungen -Peter Rosegger. Waldheimat und Weltwandel im Museum für Geschichte in Graz und Wem gehört der Großglockner? im Rosegger-Museum in Krieglach -zeigen den Schriftsteller als Persönlichkeit von großem öffentlichen Interesse, aber auch als -kritischen Kommentator weitgreifender und rasanter globaler -Veränderungen. -Zusammen mit zahlreichen Veranstaltungen, die sich dank der vielen Beteiligten durch das ganze Jahr ziehen, ergibt sich ein spannendes und abwechslungsreiches Programm um diese bekannte Persönlichkeit.

Monika Primas, Geschäftsführerin der Volkskultur Steiermark GmbH: Die Volkskultur Steiermark GmbH setzt im Rosegger-Jahr 2018 mit dem -Themenschwerpunkt „lesen.schreiben.leben.” einen starken Akzent in Richtung -Sensibilisierung für diese kulturellen Ausdrucksformen und ihre Einflüsse auf das -eigene Sein. In den geplanten Projekten werden Erwachsene und vor allem Kinder und Jugendliche dazu eingeladen, ihrer Kreativität und Schaffenskraft schreibend und lesend freien Lauf zu lassen, gelten diese Fertigkeiten doch als Voraussetzung für eine gesellschaftliche Teilhabe und eine selbstbestimmte Gestaltung des Lebens.

Katharina Kocher-Lichem, Leiterin der Steiermärkischen Landesbibliothek: Das Rosegger-Jahr 2018 war für uns Anlass, die vielen Briefe aus dem Nachlass zu digitalisieren und auf einem Online-Repositorium auch öffentlich zugänglich zu machen. Über 1.000 Briefe an Rosegger werden ab Mitte Februar Schritt für Schritt online gehen. Den Briefwechsel Peter Roseggers mit dem Maler Franz Defregger werden wir im Frühjahr 2018 in unserer wissenschaftlichen Reihe publizieren –  dieser Schriftwechsel hielt lebenslang und ist zur -Gänze vorhanden.

Gerald Schöpfer, Rosegger-Experte und wissenschaftlicher Leiter der Sonderausstellung
„Waldheimat und Weltwandel”: Bei Peter Rosegger gibt es viel zu entdecken: Er war nicht nur der Poet aus der Waldheimat, -dessen Weihnachtsgeschichten romantische Stimmung vermittelt; er war auch ein umsichtiger und kritischer Zeuge seiner Zeit, die von der Revolution 1848 bis zum Zusammenbruch der Monarchie reicht. Die Ausstellung im Museum für Geschichte lädt zu einer wunderbaren Zeitreise ein, in der Rosegger selbst durch diese spannende Ära der Steiermark führt.

Regina Schrittwieser, Bürgermeisterin von Krieglach: Die Marktgemeinde Krieglach ist mit dem Namen des Dichters untrennbar verbunden. Rosegger hat seiner Heimat den Namen „Waldheimat” gegeben, welcher auch ein geographischer Begriff der Region geworden ist. Mit großer Freude erwarten wir die diesjährigen Roseggerfestspiele unter der Regie von Georg Schütky. Mit der Aufführung des Mitterer-Stückes „Jakob der Letzte” (frei nach P. Rosegger) werden der Roseggerheimat und darüber hinaus der ganzen Region wertvolle Impulse gegeben, die zum Selbstverständnis beitragen und Identität stiften.

 

Foto: Kucek

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