Quereinstieg mit Elan

Es war ein tragisches Ereignis, das Jürgen Sikora aus Edling in Trofaiach gemeinsam mit seiner jungen Familie auf einen ganz neuen Lebensweg geführt hat.

Als im Jahr 2011 der Onkel seiner Frau Kerstin plötzlich verstarb, stand auf einen Schlag die Frage im Raum, wer dessen Milchviehbetrieb übernehmen solle. Jürgen Sikora und seine Frau Kerstin – „eigentlich Stadtmenschen“ – hatten damals in einer Wohnung in Leoben gelebt und sich nach kurzer Überlegung dazu entschlossen, einen mutigen Schritt zu gehen: Sie zogen samt Kind und Kegel aufs Land, um den Bauernhof von Kerstins Onkel in Trofaiach zu übernehmen.

„Wir hatten keine landwirtschaftliche Ausbildung, meine Frau hatte als Diplomkrankenschwester gearbeitet, ich bin gelernter KFZ-Mechaniker und war damals als LKW-Fahrer unterwegs“, erzählt Sikora, der mittlerweile Bauer mit Leib und Seele ist. Vielleicht war es gerade dieser Quereinstieg in die Landwirtschaft, der ihn und seine Frau mit so großer Motivation in dieses neue Abenteuer starten ließ. „Kerstin ging in Bildungskarenz und machte in dieser Zeit die Ausbildung zum Landwirtschaftlichen Facharbeiter, in dieser Zeit haben wir auch mit dem Stallbau begonnen“, so der junge Bauer. Das war nur der Start eines beachtlichen Werdeganges. So wurde Anfang 2013 der Betrieb komplett auf Bio umgestellt, Mitte 2013 wurde er Lieferant bei „Zurück zum Ursprung“. 2014 wählte man Sikora zum Obmann des Weidevereines, seit 2015 ist er sogar Obmann der damals gegründeten Bauernbund-Ortsgruppe Trofaiach, seit 2016 zudem Ortsbauernobmann.

Was in Zukunft noch kommen soll? „Wir wollen die Direktvermarktung ausbauen, mit Speiseeis und Kartoffeln. Letztere haben wir heuer zum ersten Mal angebaut“, so Sikora, der derzeit noch an drei Tagen der Woche in der KFZ-Branche tätig ist, jedoch ein klares Ziel vor Augen hat: „Bald möchte ich Vollerwerbsbauer sein“.

Zur Person

  • Jürgen Sikora
  • aus Edling in Trofaiach
  • Mit Frau Kerstin drei Kinder: Valentin (7) Jakob (5) und Mathias (3)
  • Bio-Milchviehbetrieb mit rund 20 Kühen, 21 Hektar Grünland, 1,3 Hektar in Pacht, 17 Hektar Wald
  • 16. September: Hoffest mit offener Stalltür und buntem Programm
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