Putenmäster mit Herz und Seele

Niedrige Erzeugerpreise und hohe Futtermittelkosten haben die steirischem Putenmäster enorm unter Druck gesetzt. Am Betrieb Schuller setzt man deshalb auf Qualität.

Stolze Putenmäster: Monika und Helmut Schuller.

Stolze Putenmäster: Monika und Helmut Schuller.

Bereits seit über 15 Jahren setzen Monika und Helmut Schuller aus Grafendorf bei Hartberg auf die Putenmast. Der Betriebsführer entschied sich um die Jahrtausendwende zu diesem Schritt: „Wir führten einen Milchviehbetrieb mit rund 30.000 Kilogramm Kontingent. Da ich in dieser Sparte keine Zukunft sah, pachteten wir den Putenstall meines Onkels.“ Seitdem wird darin Putenmast betrieben. Knapp 7000 Ein-Tages-Kücken werden pro Umtrieb nach einer peinlichst genauen Reinigung und Desinfektion eingestallt. Schuller weiter: „Hygiene und genaue Stallkontrolle ist unser oberstes Gebot. Nur dann kann die Gesundheit der Tiere gewährleistet werden.“

Homöopathie

Und genau diese Gesundheit spielt am Betrieb Schuller eine bedeutende Rolle: Bereits seit fünf Jahren werden am Hof keine Antibiotika mehr eingesetzt. Dafür verantwortlich zeichnet sich Gattin Monika: „Ich habe mich schon lange mit positiven Mikroorganismen und Homöopathie beschäftigt und erziele damit auch sehr gute Erfolge. Der reduzierte Medikamenteneinsatz trägt natürlich auch zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei.“

Grundsätzlich werden die weiblichen Puten mit rund 13 bis 15 Wochen und zehn Kilogramm Lebendgewicht an den Schlachthof geliefert. Auf dem frei geworden Platz bleiben dann die männliche Puten noch rund fünf bis sieben Wochen länger und werden dann mit einem Lebendgewicht von rund 20 bis 22 Kilogramm verkauft. Die geschlachteten Puten werden über den Lebensmitteleinzelhandel als steirische Qualität vermarktet.

Doch genau diese steirische Qualität steht unter enormen Konkurrenzdruck aus anderen EU-Ländern, weiß Helmut Schuller zu berichten: „In Österreich gibt es einen massiven Wettbewerbsnachteil in der Putenmast, denn wir dürfen maximal 40 Kilogramm Geflügel pro Quadratmeter Stallfläche haben. In Deutschland sind es 58 Kilogramm und in Polen werden sogar 70 bis 80 Kilogramm pro Quadratmeter gehalten.“ Diese Puten werden dann im Regal neben der österreichischen Qualität zu Dumpingpreisen angeboten.

Kennzeichnung

Durch die Umstellung auf die teurere, GVO-freie Fütterung sowie niedrige Erzeugerpreise sind in den Jahren 2012 bis 2014 rund ein Viertel der österreichischen Produktion verloren gegangen. Schuller: „Deshalb fordern wir eine bessere und klarere Kennzeichnung für unsere hervorragende Qualität.“

Siehe hier auch einen Artikel der LK-Steiermark

 

Foto: Lind, agrarfoto

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