Protest gegen Aus der Bioenergieanlagen

Vizepräsidentin Maria Pein: Solidarisierungswelle wird immer größer und stärker. Österreich hat die leistungsfähigsten Bioenergieanlagen. Mit Ökostrom und Biowärme von Biogasanlagen leisten die Bauern als Hauptbetroffene des Klimawandels auch einen wichtigen Beitrag diesen zu bremsen.

 

Mahnwache vor Europas modernster und leistungsstärkster Ökostromanlage in Gosdorf. Großer, mahnender Protest gegen ein Aus der effizienten Bioenergieanlagen, die aus Grünschnitt, Pflanzen, biogenen Reststoffen und Mist Ökostrom, Biowärme und Naturdünger erzeugen. Mit Transparenten wie „Versprochen, aber gebrochen?“, „Nein zu Fossilwärme und Atomstrom“, „Österreich braucht Ökostrom und Biowärme“, „Wir schaffen Arbeitsplätze – 3.500 in Österreich“ protestierten rund 200 Personen gegen die drohende Schließung und für den Fortbestand der heimischen Bioenergieanlagen. Vertreten waren regionale Biowärmebezieher, deren Wohnungen und Gebäude kalt bleiben könnten, Bürgermeister, die sich große Sorgen um die umweltfreundliche, regionale Energieversorgung machen, sowie die Anlagenbetreiber, deren Zukunft auf dem Spiel steht. Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein mahnte: „Österreich braucht Ökostrom und Ökowärme. Biogasanlagen erzeugen verlässlich und sicher 365 Tage im Jahr Ökostrom, Ökowärme und geruchlosen Naturdünger. Für den Energiemix der Zukunft sind diese effizienten Mehrfachnutzungsanlagen unverzichtbar.“ Pein ging auch auf den Klimawandel ein: „Die Landwirtschaft ist Hauptbetroffene des Klimawandels – der Frost der vergangenen Tage hat die Bauern sehr, sehr hart getroffen Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Mit den umweltfreundlichen Bioenergieanlagen leistet die Landwirtschaft aber einen wichtigen Beitrag, um den Klimawandel zu bremsen. Nicht zuletzt deshalb brauchen wir sie.“

Mahnwachen auch in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Burgenland. Solidarisierungswelle wird immer größer und stärker. Der Widerstand gegen ein Aus der  288 österreichischen sowie 37 steirischen Bioenergieanlagen nimmt weiter an Fahrt auf. Auch in Ober- und Niederösterreich, in Salzburg und im Burgenland finden Mahnwachen statt. Auf vielen Anlagen in ganz Österreich sind Transparente mit der Aufschrift „Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf“ angebracht. Der Plattform „Pro Ökostrom und Ökowärme“, der bisher mehr als 100 österreichische Bürgermeister, Industrievertreter wie das weltweit erfolgreiche Unternehmen SFL-technologies, die Technische Universität, das Österreichische Bundesheer (Militärkommando Steiermark), die Anlagenbetreiber sowie die Landwirtschaftskammer angehören, haben sich jetzt auch der Österreichische Gemeindebund mit allen ihren landesweiten Gemeindebünden angeschlossen.

Dazu Hannes Hauptmann, Sprecher der steirischen Biogasanlagenbetreiber: „Ich freue mich über die immer größer und stärker  werdende Solidarisierungswelle. Die steirischen und österreichischen Bioenergieanlagenbetreiber haben im Vertrauen auf der von der Politik zugesagten Fortführung in den vergangenen Jahren mehrfache Millionenbeträge in sehr leistungsstarke Anlagen investiert.“ Und er mahnt: „Uns jetzt in die Wüste zu schicken, das ist politische Willkür.“ Dass die politischen Parteien nach unseren bisherigen Protesten eine Beschlussfassung im Parlament vorerst wiederum um einen Monat verschoben haben, wertet Hauptmann so: „Diese Nachdenkpause der Politik ist ein Schritt in die richtige Richtung, um diesen vorliegenden miserablen Gesetzesentwurf neu zu diskutieren. Wir verhandeln und kämpfen weiter.“

 Markus Lukas, Betreiber der modernsten und leistungsstärksten Biogasanlage in Gosdorf ist enttäuscht. Markus Lukas betreibt gemeinsam mit Adolf Pfeiler und Kurt Tscherner Europas modernste und leistungsstärkste Ökostromanlage. Sie versorgen damit 1.300 Haushalte mit Ökostrom  und 40 Haushalte, das Gemeindehaus, den Kultursaal, den Kindergarten und den tierfreundlichsten Geflügelstall Europas sowie einen Schweinestall in Gosdorf mit Biowärme. Mit kräftigen Investitionen haben sie die von der Politik geforderte Leistungsstärke bei weitem übertroffen. Gemeinsam mit dem weltweit erfolgreichen, weststeirischen Industrieunternehmen SFL-technologies steht ein nochmaliger, deutlicher Effizienzschub vor der Umsetzung. Dazu Markus Lukas: „Gemeinsam mit der Industrie haben wir die leistungsstärksten Bioenergieanlage installiert. In Österreich will die Politik diese Anlagen abdrehen, während in anderen europäischen Ländern, insbesondere in Deutschland,  mit unserem Knowhow Tausende neue Biogasanlagen errichtet werden. Ich bin über die österreichische Vorgehensweise sehr enttäuscht. Das ist die falsche Energiepolitik.“

Ökostromzuschlag: 1,80 Euro pro Monat. Mit einem immer wieder gezielt kolportierten Vorurteil räumt der Sprecher der steirischen Biogasanlagenbetreiber, der Bad Blumauer Hannes Hauptmann auf: „Auf der Stromrechnung macht sich Biogas-Ökostrom mit 1,80 Euro pro Monat bemerkbar. Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was ein Krügerl Bier im Gasthof kostet. Das sollte uns ein gutes Gewissen wert sein.“

Zahlen und Fakten. Ökostrom- und Ökowärme werden rund um die Uhr verlässlich und sicher hergestellt. Die regionalen Biogasanlagen erzeugen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr verlässlich, sicheren und klimafreundlichen Ökostrom und regionale Ökowärme. Sie sind unverzichtbare Lieferanten von erneuerbaren Strom und von Ökowärme, wenn andere Erneuerbare jahreszeitenbedingt die Stromerzeugung zurückfahren müssen. Die 37 steirischen Biogasanlagen (Österreich: 288 Biogasanlagen) versorgen 30.000 Haushalte mit grünem Strom (Österreich: 160.000 Haushalte) und tausende Haushalte, Schulen, Kindergärten, Pensionistenheime, Sportzentren u.a. mit regionaler Ökowärme. So ist es möglich jährlich allein in der Steiermark sechs Millionen Liter Heizöl (Österreich: 40 Millionen) und 86.000 Tonnen klimaverschlechterndes Kohlendioxid (Österreich: 620.000 Tonnen) einzusparen.

 

Fotos: LK/Danner

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