Pollen fliegen, Nase läuft

Pollenallergien soll man nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber auch nicht dramatisieren. Wege aus der Schnupfenkrise.

Die gute Nachricht: Wer auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, der hat beste Voraussetzungen, um nicht an einer Allergie zu erkranken. Das bestätigt Werner Aberer, Vorstand der Hautklinik am LKH Graz. Der frühe und regelmäßige Kontakt mit allerlei Allergenen wappnet das Immunsystem oft erfolgreich. Ein garantierter Schutz ist er allerdings nicht.

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Allergie-Experte Werner Aberer, Vorstand der Hautklinik am LKH Graz. Foto: kk

Für Betroffene, denen Pollen Jahr für Jahr zu schaffen machen, ist gerade in der bäuerlichen Lebenswelt ein Vermeiden des Kontaktes mit den Allergenen schwierig. Juckende, tränende Augen und eine tropfende Nase sind unangenehme Begleiterscheinungen. Die Symptome treten in unterschiedlicher Stärke auf. „Die Nase kann bloß ein bisschen rinnen oder auch vollkommen verstopft sein“, verweist Aberer auf die Bandbreite der Reaktionen, die bis zu Atembeschwerden reicht.

Alarm für Atemwege

„Heuschnupfen soll man weder bagatellisieren noch dramatisieren“, rät er. Allergien können über Jahre mild verlaufen oder sich sukzessive verschlimmern. „Die Entwicklung ist leider nicht vorhersagbar. Zehn bis 20 Prozent der Betroffenen entwickeln aus dem Heuschnupfen heraus eine ernsthafte Belastung der Atemwege“, warnt Werner Aberer aber vor allergischem Asthma.

Eine starke Allergie soll nicht unbehandelt bleiben. „Antihistaminika in Tablettenform sind mittlerweile gut verträglich“, sagt Aberer. Im Belastungszeitraum sollen sie regelmäßig eingenommen werden. Sie lindern die Symptome, bekämpfen die Ursache aber nicht. Hier kann eine Immuntherapie helfen, durch diese Hyposensibilisierung ist es möglich, Beschwerdefreiheit zu erreichen.

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Botanikerin Ursula Brosch betreut den Pollenwarndienst für die Steiermark. Foto: Furgler

Hasel, Birke, Erle, Buche und Gräser sind belastende Klassiker. Im Lauf der Jahre kamen eingeschleppte Pflanzen wie Ragweed hinzu – und damit neue Pollen. Ragweed-Pflanzen fühlen sich in Kürbiskulturen besonders wohl. Aufgrund der milden Winter beginnt die Pollensaison immer früher. „Die Blütenbildung ist heuer viel stärker“, berichtet Botanikerin Ursula Brosch. Sie und ihr Kollege Pramod Harvey betreuen den Pollenwarndienst für die Steiermark, der auf der Website informiert, wie sich Pollenwolken aktuell in Europa bewegen. „Die Gräserblüte wird für die ersten Maitage erwartet.“ Allergene befinden sich aber bereits vor der Blüte in der Luft.

 

 

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Foto: fotolia.com/absolutimages

Tipps für den Allergie-Alltag

  • Die Bindehaut mit einer Sonnenbrille und einem Hut mit breiter Krempe schützen. So wird ein Teil des Pollens von den Augen fern gehalten.
  • Viel Wasser trinken: Das hält die Schleimhäute feucht und macht sie weniger reizbar. Zu empfehlen ist Mineralwasser mit Magnesium.
  • Pollen lagert sich auf Kleidung und Haaren ab. Das Gewand daher nicht in Schlafräumen verteilen. Die Haare vor dem Schlafengehen waschen.
  • Wäsche lieber nicht im Freien trocknen lassen, da das feuchte Gewebe Pollen noch besser auffängt. Falls doch, dann unbedingt bügeln.
  • Pollenfilter im Auto und Pollenschutzgitter an den Fenstern minimieren das Eindringen von Pollen.

www.pollenwarndienst.at

 

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