ÖVP stellt Landeshauptmann

ÖVP und SPÖ einigten sich darauf, ihre Reformpartnerschaft in eine Zukunftspartnerschaft umzuwandeln.

In einer Pressekonferenz teilten Noch-Landeshauptmann Franz Voves und sein bisheriger Stellvertreter Hermann Schützenhöfer mit, dass Voves die politische Bühne verlassen werde. Sein Nachfolger werde der bisherige Landesrat Michael Schickhofer. Er wird in der Landesregierung auch zukünftig den LH-Stellvertreter stellen und Landesrat für Finanzen, Sicherheit, Regionen und Gemeinden. Der neue Landeshauptmann wird hingegen von der ÖVP gestellt werden und heißt Hermann Schützenhöfer. Auch das Regierungsteam der ÖVP wird hingegen unverändert bleiben. Als zweite Landtagspräsidentin wird die bisherige Landtagsabgeordnete Manuela Khom vorgeschlagen. Bei der SPÖ gibt es aber Veränderungen: Ursula Lackner wird Bildungslandesrätin, der bisherige EU-Abgeordnete Jörg Leichtfried wird Landesrat für Verkehr, Sport und Umwelt und Doris Kampus Soziallandesrätin. Bettina Vollath, bisher für Finanzen, Frauen und Integration zuständig wird Landtagspräsidentin.
„Ich war in der Politik schon ganz oben und ganz unten, es geht mir nicht mehr um Titel, es geht mir ums Land. Wenn wir zusammenarbeiten wird uns was gelingen. Ich zähle auf deine Handschlagqualität“, begrüßt der designierte Landeshauptmann Schützenhöfer seinen designierten Stellvertreter Michael Schickhofer.

 

Hermann Schützenhöfer im Portrait:

Hermann Schützenhöfer wuchs am Pfarrhof von Edlitz auf, wo sein Vater als Forstarbeiter angestellt war. Bereits mit vier Jahren war er Ministrant, noch heute ist er der katholischen Kirche stark verbunden und bezeichnet sich selbst als christlich-sozial. Nach der Pflichtschule in Edlitz zog Schützenhöfer mit seiner Familie in die Steiermark und absolvierte in Kirchbach in der Steiermark das Polytechnikum. In Kirchbach absolvierte er eine Kaufmannslehre in einer Greißlerei und schrieb nebenbei als Lokal-Journalist.

1970 stieg Schützenhöfer in die Politik ein und wurde steirischer JVP-Landessekretär, 1976 steirischer JVP-Obmann und 1978 Landessekretär des ÖAAB. Mitte der 1980er Jahre sorgte er für Schlagzeilen, weil er für eine Gesamtschule eintrat und sich damit in der Bildungspolitik gegen die ÖVP-Parteilinie aussprach. 1984 forderte er einen Mindestlohn für alle und sorgte damit parteiintern erneut für Kritik. Sein politischer Durchbruch gelang ihm am 3. Oktober 2005, als er nach der verlorenen Landtagswahl die Fraktionsführung der Volkspartei im steirischen Landtag von Waltraud Klasnic übernahm und daraus resultierend 1. Landeshauptmannstellvertreter wurde.

Am 18. März 2006 wurde er mit 98,63 % zum Parteiobmann der Steirischen Volkspartei gewählt. Von 1995 bis 2006 war er Landesobmann des Steirischen ÖAAB. Seit Oktober 2007 ist Hermann Schützenhofer Präsident des Landesverbandes Steiermark der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs.

Nach der Landtagswahl in der Steiermark 2010, bei der die ÖVP bis auf ein Prozent an den Stimmenanteil der SPÖ herankam, wurden Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ vereinbart. Ein Regierungsübereinkommen, das bei einer Pressekonferenz auch als „Reformpartnerschaft“ bezeichnet wurde, wurde erzielt, und Hermann Schützenhöfer übernahm am 21. Oktober 2010 bei der konstituierenden Sitzung des neuen Landtages wieder das Amt des 1. Landeshauptmannstellvertreters. Am 10. Juni 2015 wurde Schützenhöfer zum Landeshauptmann designiert.

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