Mit Zuversicht in die Zukunft

Die Informationsoffensive des Steirischen Bauernbundes zu Kernfragen der Land- und Forstwirtschaft stieß auf großes Interesse.

Mit zwei Großveranstaltungen hat der Steirische Bauernbund diese Woche in Traboch in der Obersteiermark und in Pischelsdorf in der Oststeiermark seine Informationstour fortgesetzt. Der zahlreiche Besuch zeugt von der Bedeutung von Information und Diskussion. Neben den Agrarspitzen Hans Seitinger und Franz Titschenbacher konnten mit Josef Plank, Generalsekretär der Landwirtschaftskammern Österreichs und Helmut Brunner, Landwirtschaftsminister von Bayern, tolle Referenten engagiert werden.

Starke Regionen

Parteiobmann Andreas Kinsky, Präsident Franz Titschenbacher, Landesrat Hans Seitinger, Kammerobmann Sepp Wumbauer, Kammer-Vize Maria Pein, Generalsekretär Josef Plank und Direktor Franz Tonner in Pischelsdorf (v.l.).

Im Rinderzuchtzentrum in Traboch verwies der Bayerische Staatsminister Helmut Brunner auf die Bedeutung der überregionalen Zusammenarbeit. Regionen mit ähnlichen Interessen müssen noch viel enger zusammenarbeiten, damit sie bei der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und auf der internationalen Ebene erfolgreich sein können. Brunner unterstrich, dass er von Österreich und anderen Mitgliedstaaten sehr oft mehr Unterstützung bekomme als von den eigenen deutschen Bundesländern, in denen es ja grüne, rote und schwarze Staatsminister gibt. Brunner skizzierte drei Schwerpunkte. Eine verlässliche und leistungsstarke Agrarfinanzierung, eine Fortführung des Zwei-Säulen-Modells mit einer starken Flexibilität der Länder und ein Kriseninstrumentarium, um der Volatilität der Preise und des Klimas entgegenzuwirken.

Der Minister zeigte aber auch Chancen und Wege auf, dass man neben den Förderungen und Direktzahlungen auch in die Weiterentwicklung der gesamten Land- und Forstwirtschaft investieren müsse. Er sieht die Digitalisierung als Chance, bietet Gründertrainer für neue Berufe an und hat eine Diversifizierungsakademie gegründet, weil Fortbildungsmaßnahmen für wirtschaftlichen Erfolg wichtig sind. „Wir werden nicht über die Masse reich werden, weil andere billiger produzieren können, sondern über Qualität, Premiummarken, Verarbeitungsprodukte und höhere Veredelung. Wir müssen die Verbraucher mitnehmen den Dialog stärken und die Kommunikation verbessern“, so der Minister, „und wir müssen Entwicklungen und Trends zur Kenntnis nehmen und darauf reagieren.“

Risikoabsicherung

In der Oststeirerhalle in Pischelsdorf standen Frost und Dürre im Vordergrund. Landesrat Hans Seitinger verwies auf den Forschungsauftrag für Bewässerungsmöglichkeiten und setzt sich für eine Verbesserung der Qualität der Risikoversicherung ein. Generalsekretär Josef Plank zeigte die Entwicklungen durch die Zunahme der Weltbevölkerung und die laufende Klimaerwärmung auf. Zur Haltung von Kanzler Kern zu den Pflanzenschutzmittel hielt Plank fest, dass bisher die Wissenschaft über Zulassungen von Arzneimitteln entschied, sich jetzt aber die Politik einmischt, was dazu führen kann, dass Impfgegner entscheiden, ob Medikamente zugelassen werden. Der Populismus dürfe nicht über den wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen. Bei der abschließenden Diskussion konnten die zahlreichen und sehr unterschiedlichen Anfragen von den anwesenden Agrarspitzen umfassend beantwortet werden.

 

Foto: Arthur

 

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