Mit Mut zum Ort der Zukunft

ÖVP-Klubobfrau Barbara Eibinger überrascht mit einem Vorschlag: „Schlaue Dörfer“ sollen als Vorbilder beflügeln.

Die Initiative „Land.Raum.Zukunft“ des Landtagsklubs der Steirischen Volkspartei hat zuletzt ein umfassendes Paket an Ideen und Strategien für die Stärkung der Regionen entwickelt. Es liefert starke Argumente im Wahlkampf und soll auch Leitlinie für die nächsten Jahre sein. Dabei Regie geführt hat Klubobfrau Barbara Eibinger. Sie lässt nun mit einem Vorschlag aufhorchen, der nun weiteren Schwung in dieses komplexe Thema bringen könnte: „Wir sollten in der Steiermark anlog zum international erfolgreichen Modell der Smart Citys – der klugen Städte mit besonderem Innovationsgeist – auch schlaue Dörfer schaffen.“ Eibinger wünscht sich, dass zunächst ein paar mutige Orte den Anfang machen und dann als Erfolgsbeispiele auch andere beflügeln. Die Pioniere dieser Idee zu finden ist aus ihrer Sicht kein Problem: „Erfreulicher Weise ist schon vieles da, auf dem wir aufbauen können.“
Die Klubobfrau will nun möglichst rasch einen Nachdenkprozess dazu starten, welchen Herausforderungen sich die kleinen und mittleren Kommunen der Zukunft zu stellen haben. Natürlich mitRücksicht darauf, dass es ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen und Bedürfnisse gibt. Sie selbst bringt bereits einige Anregungen dazu ein.

„Kreativer werden“

„Leider wurde zu lange zugeschaut, wie viele Ortskerne förmlich entleert worden sind.“ Barbara Eibinger

„Leider wurde zu lange zugeschaut, wie viele Ortskerne förmlich entleert worden sind.“
Barbara Eibinger

 

So ist aus Sicht von Eibner Mobilität ein Thema von zentraler Bedeutung: „Uns ist klar, dass wir nicht in jedes Seitental eine S-Bahn bringen können, also benötigen wir innovative Lösungen, um den Menschen Arbeitsplätze und Infrastruktureinrichtungen näher bringen zu können.“ Dafür müsse man, regt Eibinger an, „viel kreativer und unkonventioneller“ werden. Nachsatz: „Auch mit unternehmerischen Modellen, die vor Ort neue Arbeitsplätze schaffen.“
Ein besonders heißes Eisen ist die oft triste Situation der Ortskerne. Die Klubobfrau: „Leider wurde zu lange zugeschaut, wie viele von ihnen förmlich entleert worden sind. Wir brauchen zurBewältigung dieses Problems einen breiten Schulterschluss und ganz neue Ideen. Und wir müssen so rasch wie möglich gegensteuern.“

Junge Frauen

Eibinger will auch Zeichen gegen die bekannte Abwanderungstendenz junger Frauen aus dem ländlichen Raum setzen. Die lässt sich für sie nicht zuletzt durch einen akuten Mangel erklären: „40 Prozent der Gemeinden haben keine Betreuungsangebote für die Kleinsten.“ Was tun? „ Auch über Gemeindegrenzen hinweg müssen diesbezüglich Angebote entstehen.“ Vorbild dafür ist eine gemeinsame Kindergrippe der „GU 8“, einem Kooperationsmodell der Gemeinden Seiersberg, Pirka, Unterpremstätten, Feldkirchen bei Graz, Kalsdorf bei Graz, Werndorf, Zettling und Wundschuh. Bleibt noch eines: „Ohne Internet läuft heute gar nichts mehr – das gilt aus meiner Sicht ganz besonders für den ländlichen Raum. Also brauchen wir dringend den Breitband-Ausbau.“

 

Fotos: Rothwangl, fotolia.com – Manakil

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