Mit Leidenschaft im Spannungsfeld

Helmut Supp gab seinen erlernten Beruf auf und wurde engagierter Voll-erwerbsbiobauer. Auch in der Politik mischt er eifrig mit.

Im Jahr 2010 wagte der KFZ-Techniker Helmut Supp einen mutigen Schritt: Er kündigte seine Anstellung bei einem großen Lkw-Unternehmen in Kalsdorf, wo er sich in 14 Jahren eine verantwortungsvolle Position erarbeitet hatte, um den von seinen Eltern Georg und Helene den bis dahin im Nebenerwerb geführten Betrieb in Windorf als Pächter und Betriebsführer zu übernehmen. Bald darauf beschloss er schließlich, dass er sich voll auf die Landwirtschaft konzentrieren und diese Tätigkeit zu seinem Hauptstandbein machen möchte. Warum diese Entscheidung? Supp: „Die Arbeit machte mir Spaß. Vor allem aber sah ich das Potenzial in unserem Familienbetrieb.“

Viele Jahre lang hatte sich Helmut Supp in der Ortsgruppe Graz-Südwest der Landjugend engagiert und dabei wichtige Erfahrungen gesammelt. 2010 wurde auch für sein gesellschaftliches Engagement zum Wendepunkt: Nach einigen Besprechungen war man sich im Ort klar, dass er unter schwierigen Umständen – kurz vor der Landwirtschaftskammerwahl – die Führung des Bauernbundes übernehmen sollte. Damit lag es nahe, dass der umtriebige Jungfunktionär auch Gemeindebauernobmann wurde. Der Landwirt hatte da einige Herausforderungen zu meistern: Im Verhandlungsteam gemeinsam mit Bezirksobmann Seppi Herzog, dem Genuss-Bauern Markus Hillebrand und LK-Kammerjurist Hannes Pommer, ging es um den Bau der 110-KV-Leitung. Und mit der Eingliederung von Pirka-Windorf in die neue Gemeinde Seiersberg-Pirka entstand eine veränderte politische Situation, die Supp auch für sich selbst als große Herausforderung sah. Also kandidierte er bei den Gemeinderatswahlen auf der Liste der ÖVP – und das gleich an zweiter Stelle.

Das Wahlergebnis enttäuschte zwar den Jungpolitiker ein wenig – die ÖVP versäumte um nur vier Stimmen das vierte Mandat – aber das war schnell verdaut. Im Gemeinderat übernahm Helmut Supp dann gleich eine wichtige Rolle. Im doch sehr städtisch geprägten Seiersberg-Pirka, vertrat er mit Leidenschaft die bäuerlichen Anliegen und merkte rasch, wie wichtig diese Position ist. „Wir befinden uns im Spannungsfeld zwischen -Wohn-, Gewerbe- Industrie- und landwirtschaftlichen Flächen. Die Mitsprache in der Raumordnung und Flächenwidmung ist daher ungemein wichtig.“

Doch nicht nur das. Auch der Informationsfluss hat sich mittlerweile stark verbessert. Supp: „In der Vergangenheit bekamen wir keine Informationen darüber, was im Gemeinderat beschlossen wurde. Und das, obwohl vieles davon uns Bauern direkt betraf.“ So hat denn auch der von Bio-Austria zertifizierte Landwirt einen SMS-Informationsdienst für die örtliche Bauernschaft eingeführt. Damit werden Neuigkeiten aus dem Gemeinderat, Informationen des Bauernbundes und der Landwirtschaftskammer auf direktem Wege weitergeleitet.

Zur Person

Helmut Supp, geboren am 20. Juni 1981, erzeugt und verarbeitet alternative Getreidesorten wie zum Beispiel Dinkel. Außerdem produziert er Kürbiskernöl und verkauft Brennholz. 1995-1997 besuchte er die Fachschule Alt-Grottenhof. Dann absolvierte er eine Lehre zum KFZ-Techniker. Die landwirtschaftliche Ausbildung schloss er im Jahr 2011 in einem neunwöchigen Intensivkurs am Steiermarkhof als Facharbeiter ab.

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