Milchbauern sollen auf Bio umstellen

Die tiefen Milchpreise lassen den Bauern kaum noch Luft zum Atmen. Molkereien und Bauernvertreter werben jetzt für ein Umsatteln auf die Bio-Schiene, wo ein Marktengpass herrscht.

Es sind magere 30 Cent, die die heimischen Milchbauern derzeit für einen Liter Milch bekommen. Seit Monaten liegen die Preise im Keller, etwa ein Fünftel unter dem Wert des Vorjahres – und es sieht nicht danach aus, als würde sich die Lage in absehbarer Zeit substanziell bessern. Landwirtschaftskammer und Molkereien empfehlen nun einen Schritt, der zumindest für einige Milchbauern einen Ausweg bieten könnte: ein Umsatteln auf Bio-Standards.

Anders als bei der konventionellen Milch steigt die Nachfrage nach Bio-Milch europaweit steil an. So stark, dass sich angebotsseitig ein Engpass gebildet hat. Deutsche Molkereien suchen händeringend nach Bio-Milch-Lieferanten – auch in Österreich, wo das Bio-Segment traditionell stärker ausgeprägt ist. Hierzulande ist heuer ist eine neue Förderperiode angelaufen, die Mittel für einen Einstieg in die biologische Landwirtschaft stehen also zur Verfügung. Je nach Milchart gibt es für Bio-Produzenten pro Liter immerhin zwischen 45 und 50 Cent. Ein „fairer Betrag, von dem man leben kann“, wie Herbert Kain, Obmann des Verbands Bio Ernte Steiermark, findet. „Die Konsumenten sind bereit, für Bio-Milch mehr zu zahlen, und die Nachfrage steigt seit Jahren ständig an.“

Eine Umstellung kommt freilich nicht für alle Bauern infrage. So müssen die Kühe für eine Bio-Bewirtschaftung etwa täglich auf der Weide sein und dürfen nur wenig Kraftfutter bekommen. Der steirische Bauernkammerpräsident Franz Titschenbacher ist aber sicher, dass es im Land „ein gutes Potenzial für eine Umstellung gibt“. Marken wie „Zurück zum Ursprung“ bieten bis 2020 Zuschläge in fixer Höhe, was die Planbarkeit sicherstelle.

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