Menschen sind bei der Haltung von Tieren immer öfter überfordert

Aktueller Tätigkeitsbericht der steirischen Tierschutzombudsfrau

Gemeinsam mit dem zuständigen Landesrat Anton Lang präsentierte die steirische Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck kürzlich im Medienzentrum Steiermark ihren aktuellen Tätigkeitsbericht. Insgesamt war die Tierschutzombudsstelle 2016 in 488 Verfahren eingebunden, dabei handelte es sich um 240 Verwaltungsverfahren und 248 Verwaltungsstrafverfahren. „Tierschutz beginnt beim Menschen. Für gelingende Tierschutzfortschritte ist ihr Bemühen ausschlaggebend. Leider fällt in letzter Zeit vermehrt auf, dass Menschen bei der Haltung von Tieren überfordert sind“, betonte Barbara Fiala-Köck bei der Pressekonferenz. Im letzten Jahr war die Ombudsstelle mit mehreren Fällen von Tierquälerei bei Heim- und Nutztieren konfrontiert: So mussten zum Beispiel einem Tierhalter sämtliche Ziegen abgenommen werden. Auch der Fall einer rituellen Schlachtung beschäftigte die Anlaufstelle in der Stempfergasse intensiv. „Der vorliegende Bericht zeigt die umfassenden Tätigkeiten, die von der Tierschutzombudsstelle im Sinne unserer Tiere durchgeführt werden. Mein Dank gilt an dieser Stelle Barbara Fiala-Köck, die mit ihrem leidenschaftlichen Einsatz Tierschutzprojekte vorantreibt und dadurch exzellente Aufklärungsarbeit leistet. Tierschutz muss in unserer Gesellschaft in den Vordergrund gerückt werden und als zuständiger Landesrat ist es mir ein Anliegen, mit allen Partnerinnen und Partnern gemeinsam an diesem Ziel zu arbeiten. Unsere Tiere haben keine Lobby, deshalb ist es unsere Aufgabe, ihren Schutz zu gewährleisten“, unterstrich Tierschutzlandesrat Anton Lang.

Details aus dem Tätigkeitsbericht

Seit ihrem Amtsantritt 2010 als Ombudsfrau sind in allen Bereichen die Herausforderungen gestiegen. 2016 wurden 308 Anzeigen bearbeitet. Von diesen waren 219 auch wirklich Fälle von Tierschutzübertretungen. Konkret waren 127 Heimtiere, 65 Nutztiere und 27 Wildtiere betroffen. „Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden war es aber auch möglich, Verbesserungen für die Tiere umzusetzen“, unterstrich Fiala-Köck.

Die Tierschutzombudsstelle hat sich mittlerweile als die Anlaufstelle für Tierschutzangelegenheiten in der Steiermark etabliert. So wurden 2016 insgesamt 358 Anfragen schriftlich beantwortet. Die Fragestellungen betrafen sämtliche Bereiche der Tierhaltung von Nutz-, Heim- und Wildtieren. „Allein 79 Anfragen gab es zum Thema Kastration von Streunerkatzen. In vielen Fällen wollen die hilfesuchenden Menschen aber einfach nur wissen, was sie bei der Haltung von Tieren gesetzlich beachten müssen“, so die Expertin. Fiala-Köck ergänzt: „Dass Aufklärung schon bei den Kleinsten unserer Gesellschaft Wirkung zeigt, beweist die gute Zusammenarbeit mit dem Verein ‚Tierschutz macht Schule′. Der Verein hat sich auf die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zum Thema Tierschutz von Kindern und Jugendlichen spezialisiert.“

Tierschutzpreis und Wildtierschutz

Gerade die Nutztierhaltung steht im Fokus des Tierschutzes. Ein großes Anliegen ist Fiala-Köck der Preis „Musterbeispiele für besonders tierfreundliches Bauen im ländlichen Raum“. Hier werden jene Landwirte ausgezeichnet, welche sich besonders für eine tierfreundliche Haltung ihrer Nutztiere einsetzen. Mit dem Tierschutzpreis soll die Öffentlichkeit auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass jeder mit einer Verhaltensänderung einen Beitrag zum Tierschutz leisten kann. Heuer wird der Preis bereits zum achten Mal vergeben, diesmal am 6. Juli.

Stolz ist Fiala-Köck auch auf die Realisierung des Projektes „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit“. Es ist im letzten Jahr gelungen, ein Praxismodul für die nächsten fünf Jahre entlang der steirischen Landesstraßen zu installieren. Konkret wurden und werden entlang der Landesstraßen Wildwarngeräte, wie zum Beispiel Reflektoren, angebracht. Außerdem werden Wildunfälle in einer zentralen Datenbank erfasst. „Bis zu 100.000 Wildunfälle gibt es jährlich in Österreich. Ziel der Initiative ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und durch die Senkung der Unfälle Mensch- und Tierleid zu verringern“, betont Barbara Fiala-Köck.

Foto: Land Steiermark/Strasser

 

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