Mehr für die Bauern

Seit 20 Jahren gibt es die Erzeugergemeinschaft Steirisches Rind. Ihr schönster Erfolg – bessere Erträge und mehr Qualität.


Seit 20 Jahren lenkt Fritz Gruber die Geschicke der EZG.

Allen Grund zum Feiern haben derzeit die Verantwortlichen der Erzeugergemeinschaft (EZG) Steirisches Rind: Genau seit 20 Jahren fahren sie mit voller Kraft für die heimischen Rinderbauern und das mit viel Erfolg. Mit 5000 Tieren hat im Jahre 1997 alles angefangen, jetzt handelt man mittlerweile mit über 25.500 Rindern pro Jahr, knapp 20.000 davon gehen in die Schlachtung. Damit ist man zum größten Qualitäts-Rindfleischanbieter der Steiermark geworden, 20 Mitarbeiter werden beschäftigt und mit der Schaffung von speziellen Qualitätsprogrammen konnte man die Wertschöpfung für die Landwirte enorm erhöhen. Als Beispiele dafür nennt Obmann Fritz Gruber unter anderem die Produkte Almochsen, Qualitätskalbinnen, das M-Rind für McDonalds sowie die Biofleisch-Palette. Für die Landwirte der herausragendste Effekt: „Durch unsere Spezialprogramme erhalten Landwirte zwischen 80 und 130 Euro mehr pro Rind.“

Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach. Als Mann der ersten Stunde weiß Gruber viel über die Erfolgsgeschichte der Vermarktungsinitiative zu berichten: „Mitte der 1990er-Jahre waren wir mit der Situation in der Rinderbranche überhaupt nicht zufrieden. Oft erfolgten Pauschalverkäufe zu Fixpreisen, die für die Bauern nicht von Vorteil waren.“ Auch die Qualität entsprach oft nicht den Erwartungen des Handels. Deshalb entschied man sich für die Gründung einer Erzeugergemeinschaft, um die Lösung all dieser Probleme gemeinsam anzupacken. Gruber: „Nach langen Vorbereitungen starteten wir – Landwirt Josef Schützenhöfer war damals einer meiner ersten Mitstreiter – mit einem kleinen Büro in Graz, St. Peter sowie einem gebrauchten Lastkraftwagen.“ Die Funktion der Geschäftsführung übernahm damals Rudolf Grabner, jetziger Referent für Rindfleischproduktion und Milchviehhaltung in der Tierzuchtabteilung der Landwirtschaftskammer. Er erinnert sich an die Gründerzeit: „Unser großes Vorbild war damals die Styriabrid, die bereits vor 20 Jahren äußerst erfolgreich agierte.“

Der Start war auch mit enormen Risiken behaftet, erzählt Gruber: „Immerhin hatten wir nach einigen Wochen bereits über zwölf Millionen Schilling an unsere Bauern ausbezahlt, jedoch noch keinen Groschen vom Handel erhalten. Wir konnten nur hoffen, dass kein Käufer unserer Ware mit der Bezahlung ausfällt.“

Eigenkapital

Solche Sorgen gibt es in der Erzeugergemeinschaft Steirisches Rind heutzutage nicht mehr. Mit einer Eigenkapitalausstattung von 68 Prozent sei man ein sehr gesundes Unternehmen, so Gruber, welches für knapp 5000 steirische Bauern zum soliden Handelspartner bei der Rindervermarktung geworden ist.

Erzeugergemeinschaft

Die EZG Steirisches Rind ist seit mittlerweile 20 Jahren die bäuerliche Rindervermarktungsorganisation in der Steiermark. Mit 25.500 vermarkteten Rindern im Jahr 2016 ist die EZG auch die mengenstärkste Organisation in diesem Bereich. Ziel der Vermarktungsorganisation ist es, durch die Bündelung des Angebotes eine bessere Position am Markt zu bekommen.

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