Landessiegerinnen gekürt

Landesprämierung der Landwirtschaftskammer: Allerheiligenstriezel und Kletzen- sowie Früchtebrote standen auf dem Prüfstand. Expertenjury prämierte zwei Landessiegerinnen – Renate Lackner aus Feldkirchen flechtet und bäckt die schönsten und besten Allerheiligenstriezel. Und: Franziska Hiebaum aus Eggersdorf macht das beste Apfel-Früchtebrot.

Nur natürliche Zutaten und großes Können mit Hausrezepten. 30 Bäuerinnen aus der Steiermark und aus dem Burgenland haben bei der Landesprämierung 52 Proben für die Verkostung eingereicht. Die hervorragende Qualität ist nur mit natürlichen Zutaten und dem Können der Brot-Bäckerinnen, die mit Liebe und Freude backen, möglich. Die Expertenjury kürte zwei Landessiegerinnen: Renate Lackner aus Feldkirchen überzeugte bei den Allerheiligenstriezeln, Franziska Hiebaum war mit ihrem Apfel-Früchtebrot die klare Nummer 1 in der Kategorie „Kletzen- und Früchtebrote“.

Erstmals gesonderte Landesprämierung für Allerheiligenstriezel und Kletzen- sowie Früchtebrote. Seit 2015 werden Osterbrote und nun zeitgerecht Allerheiligenstriezel und Kletzen- sowie Früchtebrote gesondert bewertet. „Alle eingereichten Striezel, Früchtebrote, Brote und Gebäcke werden nach 80 Kriterien geprüft. Die Qualitäten sind großartig“, unterstreicht Landesbäuerin Auguste Maier. Insgesamt haben sich somit 111 Brotbäuerinnen mit 258 Proben diesem Brot-Landeswettbewerb 2015 gestellt.

Allerheiligenstriezel – Die Kunst des Flechtens! Flechtgebäcke haben volkskulturell eine tiefsinnige Bedeutung, denn in diese werden alle Glück- und Segenswünsche mit eingeflochten. So zum Beispiel auch in den Allerheiligenstriezel, welcher mancherorts als Patengeschenk zu Allerheiligen verschenkt wird. Früher war es sehr oft ein Geschenk der reicheren Bevölkerung an jene Menschen, die sich kein Weißbrot leisten konnten.

Bild2_Lackner und Hiebaum 4Der Zopf als Opfergabe war ursprünglich weit verbreitet und sollte Ersatz für Frauen- oder Haaropfer sein. Dem verschlungenen, verknüpften Gebäck sagt man eine Zauberwirkung nach, mit der man böse Geister einfangen wollte. Inzwischen ist der Zopf das ganze Jahr zu haben und hat dadurch an mythologischer Bedeutung verloren. Der Allerheiligenstriezel allerdings ist nach wie vor etwas Besonderes, denn dieser ist mit Hagelzucker geschmückt. Vielfach ist es auch ein Briocheteig, zu dem mehr Eier, Butter und Zucker verwendet werden. „Das große Bemühen um das Flechten und Backen ist den Produkten aus Bäuerinnenhand anzusehen“, so die Verkostungschefin Eva Lipp.

Traditionelles Kletzen- und Früchtebrot mit den letzten Früchten des Jahres. In diesen letzten Früchten des Jahres steckt die letzte Kraft des alten Jahres und wird in die Adventbrote hineingebacken, damit man sie mit ins neue Jahr nehmen kann. Natürlich war das Trocknen der Früchte auch eine Art Haltbarmachung. Kletzen- und Früchtebrote haben durch den hohen Ballaststoffanteil auch eine reinigende Wirkung auf den Körper. Die traditionellen Adventgewürze sind wärmend und tun dem Körper gut.

„Die Kletzen sind getrocknete Birnen und im klassisch-traditionellen Kletzenbrot ein Muss. Aber auch andere heimische Früchte wie Äpfel, Dörrzwetschken oder Walnüsse finden Verwendung. Interessanterweise hat man schon früher Feigen und Weinbeeren für dieses Brot verwendet“, so Lipp. Und weiter: „Kletzen- und Früchtebrote werden vielfach mit Sauerteig gebacken, wodurch sie länger saftig bleiben. Regional unterschiedlich ist die Ausformung. In manchen Regionen bekommt das Früchtebrot eine Brotteighülle.“

Geschmacksvielfalt statt Einheitsbrei. „Jede Bäuerin hat ihr eigenes Rezept mit ihren besonderen Zutaten. Es gibt weder beim Striezel noch beim Kletzen- und Früchtebrot eine Mehlmischung noch eine Vorgabe der Früchte, die in die Brote kommen müssen“, so die Verkostungschefin. Auch Trockenfrüchte werden regional unterschiedlich (klimabedingt!) verwendet. „Zudem sind die Bäuerinnen Bäckerinnen mit Herz und überaus kreativ“, freut sich Lipp.

Auszeichnungen sind erstrebenswert. Für einen Landessieg, bei dem der ausgezeichnete Geschmack entscheidet, sind 100 Punkte Voraussetzung. Nur makellose Brote und Striezel können gewinnen. Jährlich führt die Landwirtschaftskammer für die Brotbäuerinnen eine Qualitätsoffensive durch. „Diese bewirkt, dass die Zahl der 100-Punkte-Betriebe bei den Landesprämierungen Jahr für Jahr steigt. Brote mit Auszeichnungen in Silber und Bronze haben nur kleine Schönheitsfehler, welche oft auf die Handarbeit in der Produktion zurückzuführen sind. Ein Geschmackserlebnis sind sie alle“, so die Landesbäuerin.

Ausgezeichnete Brote und Striezel geben Sicherheit und sind an Prämierungs-Schleife erkennbar. Die ausgezeichneten Brote sind für die Konsumenten eindeutig erkennbar: Die Brot-Bäuerinnen umwickeln sie mit der Prämierungsschleife „Brotprämierung 2015 der Landwirtschaftskammer Steiermark“. Diese Brote garantieren höchste Qualität, außerdem stimmt der Preis. Erhältlich sind Prämierungsbrote Ab-Hof, auf Bauernmärkten und in Hofläden. Im Internet unter www.stmk.lko.at sind die Siegerbrote abrufbar.

 

Foto: LK-Steiermark

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