Kunst zur Fastenzeit

„STIRB+WERDE“: zehn Kunstwerke und zehn Gedanken von Bischof em. Egon Kapellari zu Fastenzeit und Ostern im Diözesanmuseum.

Wie geht es Ihnen in den ersten Tagen? Die sind ja bekanntlich die schwierigsten. Aber ein Ende ist in Sicht: Ostern. 40 Tage Fastenzeit, ein begrenzter Zeitraum, den jede und jeder von uns anders nützt. Auf jeden Fall ist es ein Zeitrahmen, in dem man sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben besinnen kann. Der biblische Hintergrund für die Festsetzung der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte sind das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste, die 40 Tage der Sintflut, die Zeit, die Mose auf dem Berg Sinai verbrachte, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zum Osterfest

160209_stirb-und-werde-sujetVierzig minus 30, das ist die Zahl, die bei einer soeben eröffneten Ausstellung im Diözesanmuseum in Graz eine Rolle spielt. Das Team rund um Direktor Heimo Kaindl wollte heuer eine Osterausstellung der besonderen Art gestalten und es wurde eine Osterbetrachtung daraus: Zehn Kunstwerke aus den unterschiedlichsten Epochen, alle in Bezug zu und auf den emeritierten Diözesanbischof Egon Kapellari. Dazu zehn Gedanken aus seinen Büchern „Fest gegen die Schwerkraft. Osterbetrachtungen“ (1993) und „Die Leiden Christi“ (2010) zu Fastenzeit und Ostern ergeben einen meditativen Gesamteindruck. „Wir haben Kunstwerke gewählt, die aus dem Umfeld des Bischofs stammen, etwa ein Kreuz, das er auf seinem Schreibtisch platziert hatte oder Gemälde aus seinen Amtsräumen und andere, die seine Amtszeit begleiteten.“

Zum Geburtstag

Alle Kunstwerke haben eines gemeinsam: Sie spiegeln das Leiden und die Auferstehung Christi wider. „STIRB+WERDE“ lautet der Titel der Ausstellung, wie auch eine Sentenz im Goethe-Gedicht „Selige Sehnsucht“ (1814). Lebensfreude aber auch Sehnsucht nach Transzendenz und Ewigkeit sind im Werk des Dichterfürsten wie auch in der aktuellen Ausstellung zu finden. Ostern wird als ein „Fest gegen die Schwerkraft“ dargestellt, Hoffnung, Ausblicke und Möglichkeiten bekommen Raum – textlich wie bildlich. Egon Kapellari, von 2001 bis 2015 Diözesanbischof von Graz-Seckau, gilt als großer Kunstfreund und -kenner. Die Ausstellung in der Reihe „KunstBlick“ ist übrigens „eine kleine Verneigung unsererseits zu seinem 80. Geburtstag“, erklärt Heimo Kaindl. „Wir haben viel mit ihm zusammengearbeitet und ein großes Fest mit viel Aufsehen wäre nicht in seinem Sinne gewesen,“ kennt der Direktor den „Kunstbischof“ sehr gut.

 

„STIRB+WERDE“

Diözesanmuseum Graz,
Bürgergasse 2 (Priesterseminar)

  1. Februar bis 10. April 2016

Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Samstag 11 bis 17 Uhr und für Gruppen nach Vereinbarung

Anmeldung für Führungen und MPP (museumspädagogische Programme) unter: Tel. 03 16/80 41-890,

dioezesanmuseum@graz-seckau.at

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