Eine Minute Museum in Fürstenfeld

Für seine gelungene Präsentation, für die reichhaltigen Bestände und die behindertengerechte Ausstattung wurde das Museum Pfeilburg Fürstenfeld mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet.

Untergebracht in einem der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Wohntürme Steiermarks, im sogenannten „Schwarzturm“ im Stadtzentrum Fürstenfelds, erzählt es auf rund 700 Quadratmetern Spannendes von Gestern und Heute. Den Namen erhielt das Gebäude von Hans Pfeilberg, der es 1490 erwarb. Rund 200 Jahre später kaufte es ein Mann, der hier die erste Tabakfabrik Österreichs errichtete und damit einen Erwerbszweig schuf, der die Südoststeiermark bis ins 20. Jahrhundert hinein prägte – Tabakanbau und Verarbeitung. 300 Jahre Tabakgeschichte und Rauchkultur werden im Museum detailreich präsentiert. Neben dem Thema Tabak wird auch die „Stadt an der Grenze“ in der Ausstellung anschaulich dargestellt. „Kruzitürken“ etwa ist als Ausspruch geblieben von den mehrmaligen gewaltsamen Einfällen von Türken und Kuruzzen in die Region. Als nahe Stadt an der Reichsgrenze hatte es Fürstenfeld oft nicht einfach. Was die Bewohner durch die Jahrhunderte so alles erlebten und bewerkstelligten, ist spannend präsentiert und macht einen Besuch des Stadtmuseums in der Pfeilburg Fürstenfeld zu einem abwechslungsreichen Ereignis.

Kontakt:
Museum Pfeilburg Fürstenfeld
Klostergasse 18
8280 Fürstenfeld
T+F: 03382/51400
E: pfeilburg@stwff.at
I: www.museum-pfeilburg.at

Öffnungszeiten:

April bis Oktober:
Dienstag bis Sonntag, 15 – 18 Uhr
November bis März:
Samstag, 14 – 17 Uhr

Führungen:

Führungen für Gruppen ab 6 Personen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich!
Dauer ca. 1 Stunde.
Voranmeldung im Tourismusbüro unter 03382/55470

Eintrittspreise:

Erwachsene: € 5,00
Gruppen, Senioren: € 3,50
Schüler: € 2,50

 

Kleiner historischer Einblick vorweg

Nachdem sich die 1693 errichtete Erzeugungsstätte von Tabakwaren in der Pfeilburg Fürstenfeld über laufend steigende Erträge freuen konnte, beschloss die Regierung, sie zu einem Großbetrieb auszubauen. 1780 wurde am ehemaligen Gelände des Schloss am Stein mit der erweiterten Produktion begonnen. Durch die napoleonischen Kriege wurde die positive wirtschaftliche Entwicklung zwar empfindlich gestört, allerdings kam mit dem dem Friedensschluss eine Blütezeit für das österreichische Tabakwesen. In Fürstenfeld wurde kräftig ausgebaut und die Personalzahlen stark gesteigert. Die Zigarrenproduktion war reine Handarbeit, für die hauptsächlich kostengünstige Arbeitskräfte in Form von Frauen herangezogen wurden. 
Mit der Zigarettenproduktion wurde 1873 begonnen. Hier kamen zunehmend Maschinen zum Einsatz und die menschliche Arbeitskraft wurde in den Hintergrund gedrängt. Die Technisierung im Zigarettenbereich führte die Tabakindustrie vom Manufakturbetrieb zur modernen Fabrik. Schon 1908 wurden bereits zwei Drittel aller Zigaretten maschinell hergestellt. Nur exquisite Sorten wurden von Handarbeit gemacht. 
1901 wurde in Fürstenfel ein neues Zigarettenfabrikationsgebäude auf dem 6 ha großen Betriebsareal bezogen. Das neue Bauwerk bot Platz für die laufenden technischen Erneuerungen. Das sprunghafte Ansteigen des Zigarettenkonsums förderte die Entwicklung von immer leistungsfähigeren Maschinen und erreichte dadurch eine fast restlose Ausschaltung der Handarbeit. Das Raucherpublikum bevorzugte die maschinell hergestellten Zigaretten, die den handerzeugten im Aussehen wegen ihrer Gleichmäßigkeit überlegen waren.

Viele weitere Details zur Geschichte des Tabakkonsums und der Herstellung von Tabakwaren sind im Museum Pfeilburg Fürstenfeld bestens dokumentiert und für ein Publikum aller Altersklassen anschaulich und spannend präsentiert.

Fotos: Museum Pfeilburg Fürstenfeld

 

 

 

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