Kreuzweg, Tod und Auferstehung

Die im Jahr 1973 vom heute noch tätigen Pfarrer Josef Gschanes ins Leben gerufenen Feldkirchner Passionsspiele finden von Mitte März bis Mitte April zum 19. Mal statt. Rund 150 Schauspieler und Helfer wirken dabei mit. Für Spielleiter Hans-Jürgen Weitschacher sind die alle drei Jahre stattfindenden Feldkirchner Passionsspiele längst zur Lebensaufgabe geworden. Blieb auch der Szenenbestand, wie er von der Bibel vorgegeben ist, über Jahre hinweg meist unverändert, so gelang durch literarische, musikalische und mediale Zusätze eine stetige Aktualisierung des vorgeführten Geschehens.

Eine Besonderheit der Feldkirchner Passionsspiele sind die eigens für jede Aufführungsserie geschriebenen Zwischentexte. Ihr Blick richtete sich 1998 auf Randgruppen und Außenseiter der Gesellschaft, 2001 auf Märtyrer und Bekenner des 20. Jahrhunderts. Tagebucheintragungen einer krebskranken Frau, verknüpft mit Psalmworten des Trostes, verliehen dem Spiel 2004 eine neue Tiefe. 2007 wurden jugendgerechte Videos mit Szenen aus dem Alten Testament gezeigt. 2011 kreisten die Texte um Leid, Tod und Trauer.

Heuer wird in den Zwischenakten vom Todesmarsch der Juden durch die Steiermark im Jahr 1945 erzählt. Die Berichte von damaligen Augenzeugen hätten bereits bei der Zusammenstellung des Textes tiefe Erschütterung hervorgerufen, erklärt Regisseur Weitschacher.

Was war damals passiert? Zu Ostern 1945 mussten tausende erschöpfte ungarische Juden unter Bewachung von SS, Gestapo und Volkssturm über Gleisdorf nach Graz und dann teils über den Präbichl beziehungsweise über das Gaberl in Richtung Mauthausen marschieren. Ohne Nahrung, durch Übernachtungen im Freien völlig durchnässt und erschöpft, schleppten sie sich in Richtung KZ Mauthausen. Viele starben während dieses Marsches oder wurden vor allem am Präbichl massakriert.

Gespielt wird traditionell im Feldkirchner Pfarrheim. Dieses lässt keine Distanz zwischen der Bühne und dem Zuschauerraum aufkommen. So verdeutlicht auch das Ende des spiele den besonderen Charakter der „Feldkirchner Passion“, wenn die Darsteller und Zuschauer gemeinsam das Schlusslied singen: „Und er wird auferstehen!“

Die Aufführungen finden vom 15. März bis 13. April an insgesamt 14 Tagen statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ssgf.at

 

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