Kostbares Kulturgut bewahren!

Bauernbund-Bezirksobfrau Simone Schmiedbauer bittet um „Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl“ bei Kontrollen auf Bauernmärkten.

Simone Schmiedtbauer bittet um „Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl“.
Foto: Arthur

Zahlreiche Altbäuerinnen und Altbauern, die seit vielen Jahren mit Freude und Leidenschaft auf Bauernmärkten tätig sind, haben dort in den letzten Wochen und Monaten zum Teil sehr schwierige persönliche Erfahrungen gemacht. Sie fühlten sich von Kontrollen der Finanzpolizei in Sachen Registrierkassenpflicht nicht nur vorverurteilt, sondern auch überfordert. Nicht wenige wollen unter solchen Bedingungen unter ihre so geliebte Arbeit einen Schlussstrich ziehen. Simone Schmiedtbauer, Bauernbund-Bezirksobfrau von Graz-Umgebung, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Hitzendorf, und selbst auf einem Bauernmarkt aktiv, will das nun unbedingt verhindern. Sie richtet an die Finanzpolizei den Appell „die ganz besondere menschliche Situation dieses kostbaren Stückes Kulturgut in unserem Land stärker zu berücksichtigen.“

Schmiedtbauer erinnert daran, dass die Tätigkeit der Altbäuerinnen und Altbauern auf den Märkten „auch Teil eines großartigen und höchst erfolgreichen Sozialprogrammes“ sei. Die Bezirksobfrau des Bauernbundes: „Diese Menschen sind glücklich darüber, noch gebraucht zu werden und ihren Familien helfen zu können. Bei ihnen geht es um viel mehr als nur darum, Produkte zu verkaufen. Es gibt über viele Jahre gewachsene, beste Kontakte zur Kundschaft, aber auch zu den Kolleginnen und Kollegen. All das müssen wir unbedingt bewahren!“

Schmiedtbauer fordert in diesem Zusammenhang auch Realitätssinn ein: „Hier geht es um Gesetze, die wir zur Kenntnis nehmen müssen und um Leute, die ihren Job machen müssen. Aber es geht ebenso darum, im Sinne des wertvollen Kulturgutes besonders auf Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl zu achten.“

Zusätzlich will die Bauernbundfunktionärin in nächster Zeit auch mit Informationsarbeit zu gegenseitigem Verständnis in Kontrollsituationen beitragen. In diese Richtung ist auch Walter Zapfl, der Leiter des Steuerreferates der Landwirtschaftskammer aktiv. Zapfl über die Rolle der Finanzpolizei: „Ihre Aufgabe ist es, durch Kontrollen faire und gleiche Bedingungen für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wirtschaftsleben zu gewährleisten. Die Kontrollen sollen Schwarzarbeit beziehungsweise Sozial- und Abgabenbetrug verhindern.“

Zapfl gibt auch Empfehlungen für richtiges Verhalten im Fall einer Kontrolle:

  • Ruhe bewahren und Kooperationsbereitschaft bekunden.
  • Nach dem Einsatzleiter fragen (Namen und Dienstnummer notieren).
  • Nach der Rechtsgrundlage der Kontrolle fragen.
  • Eine Rechtsbelehrung aktiv einfordern.
  • Wenn erforderlich, gleich zu Beginn der Kontrolle beantragen, dass die Finanzpolizei wartet, bis der Steuerberater da ist. Ein Steuerater oder Rechtsanwalt kann beigezogen werden, schiebt den Kontrollbeginn aber nicht zwingend auf.
  • Der Ablauf der Kontrolle sollte vom Geprüften dokumentiert werden.

 

Foto: fotolia

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