Jagd braucht Solidarität

Massive Herausforderungen sind zukünftig zu meistern, um eine nachhaltige Jagd in einem intakten Lebensraum zu gewährleisten.

Zu einem der wichtigsten Pflichttermine der Jagdfunktionäre zählt sicherlich der steirische Landesjägertag, der kürzlich in Eggersdorf, Bezirk Graz Umgebung, abgehalten wurde. Landesjägermeister Heinz Gach weiß über die enormen Herausforderungen der steirischen Jäger genau Bescheid: „Wir sind maßgeblich für den sorgsamen Umgang mit dem Gesamtkunstwerk Eigentum mitverantwortlich. Und somit wollen wir auch den gesellschaftlichen Auftrag, einen artenreichen und gesunden Wildstand in einem intakten Lebensraum zu erhalten, wahrnehmen.“ Doch dies gelinge eben nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Somit müsse die Zusammenarbeit von Jagdausübungsberechtigten und Grundbesitzern noch weiter verstärkt werden. Dies bestätigte auch Bauernbund-Landesobmann Landesrat Hans Seitinger im Zuge des Landesjägertages: „Hinsichtlich der Bestrebungen zur generellen Öffnung des Waldes für Trendsportarten möchte ich mich massiv dagegen aussprechen. Jede Erweiterung zum Beispiel für Mountainbikestrecken im Einvernehmen mit den Grundbesitzern wird natürlich begrüßt, aber der Vorstellung mancher NGOs, den Wald für alle zu öffnen, muss eine klare Absage erteilt werden.“ Der Wald sei nicht nur ein Wirtschaftsraum, der hochsensibel sei und seinen Schutz brauche, er sei eben auch wichtiger Lebensraum für Tiere. Es würde Furchtbares anrichten, so Seitinger weiter, wenn der Wald generell geöffnet wäre. Das Wild würde sich zurückziehen und im Hintergrund Schäden machen, die nicht mehr abgedeckt werden könnten. Es gehe dabei nicht nur um die Verteidigung von Eigentum, sondern auch um eine große Gefahr für das ökologische Gleichgewicht.

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Heinz Gach

Auch die Einigung bei der letzten Jagdgesetznovelle sprach der Landesjägermeister an. „Wir haben ein Jagdgesetz, mit dem wir gut leben können. Auch die Abschussrichtlinien sind alle liberalisiert worden“, so Gach. Demzufolge haben die Jäger nach wie vor große Freiheiten, aber auch die Pflicht, ihrer Verantwortung nachzukommen. Landesrat Seitinger sprach die Probleme bei der Novellierung an: „Es gibt zunehmend mehr Einfluss von außenstehenden Personen, die sich mit den Inhalten im Detail nicht auseinandergesetzt haben. Weit weg von der Realität werden dann Dinge gefordert, die in dieser Form einfach nicht umgesetzt werden können.“

 

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Hans Seitinger

 

Zukunftsprojekte

Der oberste Chef der steirischen Jäger konnte auch eine Reihe von interessanten Wild-Projekten präsentieren. So etwa nehme man sich verstärkt der steirischen Gamswildpopulation an. „Rund 700.000 Skitourengeher und 800.000 Mountainbiker österreichweit beunruhigen den Lebensraum der Gämsen massiv. Durch neue Abschussrichtlinien soll der Bestand jedoch nachhaltig abgesichert werden“, sagte Gach. Auch der effektiven Bejagung von Schwarzwild sowie dem Erhalt von Niederwild im Süden der Steiermark werde verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt.

Die steirische Jagd in Zahlen

Die Steirische Landesjägerschaft ist nicht nur Interessensvertretung ihrer Mitglieder, sondern mit den Bezirksjagdämtern und dem Landesjagdamt auch Servicestelle für die Jäger. Etwa 23.000 Jäger (der Frauenanteil beträgt etwa sieben Prozent) gehen in den Revieren der Steiermark dem Weidwerk nach. Es gibt in der Steiermark 2615 Jagdreviere in einem Gesamtausmaß von über 1,6 Millionen Hektar. Von diesen Revieren sind 1050 Gemeindejagden und 1562 Eigenjagden. Von den letzteren sind 370 verpachtet.

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