Immer mehr Eis vom Bauernhof

Bewusst essen liegt voll im Trend – herrliches Eis am Sommertag miteingeschlossen. Vor allem dann, wenn man weiß, woher’s kommt.

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Pädagoge Karl Fraißler weiß die gesunden Zutaten im selbstgemachten Eis zu schätzen. Foto: kk

Es ist Hochsaison im Eissalon – oder besser gesagt auf dem Bauernhof. Denn immer mehr Bauern kommen auf den Geschmack, ihr eigenes Eis herzustellen und das dann auch gleich ab Hof zu verkaufen. Damit nützen sie nicht nur eine wunderbare Chance für Direktvermarktung, sondern verstärken auch den allgegenwärtigen Trend in Richtung bewusste Ernährung mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln. „Unser Eis besteht nur aus heimischen Früchten, die man je nach Jahreszeit tiefgefroren oder frisch dazugibt. Dazu kommen noch steirische Milch, Joghurt oder der eigene Rahm – so hat man ein Eis aus rein bäuerlicher Erzeugung“, sagt Karl Fraißler. Er ist ein wahrer Meister des selbstgemachten Eises und lehrt an der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Alt-Grottenhof, in deren Lehrmolkerei Bäuerinnen und Bauern von 27. Juni bis 1. Juli in einem Eis-Seminar eine Woche lang die Kunst der Eisherstellung von der Pike auf erlernen und für sich selbst entdecken können.

Das Interesse daran, sein eigenes Eis zu fabrizieren, sei groß und ziehe sich schon „quer durch Österreich“, meint Fraißler und kann so einige Gründe dafür aufzählen, warum das für viele so spannend ist. Allen voran wird der Mythos von der ungesunden Süßigkeit zerschlagen: „Wir geben die Früchte roh ins Eis, weshalb alle Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben. Das Eis verwandelt sich somit in etwas ganz Gesundes.“ Eis ist also gesund, und kommt noch dazu aus der Region: „Wir schauen, dass wir auf Bananen und Co. verzichten“, erklärt Fraißler. Ein weiterer Vorteil: Bauern können sich so auch gegenseitig unter die Arme greifen und Zutaten untereinander austauschen. „Der Milchbauer kann seinen Rahm verwerten, der Obstbauer seine Früchte“, so der Pädagoge, der auch weiß, welche Sorten gerade ganz besonders beliebt sind: Kürbiskern-, Zitronen- und Heidelbeereis haben dabei die Nase vorn, aber auch Johannisbeere, Himbeere, Erdbeere und „die ganze Palette der Joghurt-Sahne-Eissorten wie Vanille oder Haselnuss“ werden gern geschleckt.

Eis-Seminar

Zum Sommerbeginn startet das erste Eis-Seminar an der Landwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof in der Krottendorferstraße 110, 8052 Graz. Montag, den 27. 6., bis Freitag den, 1. 7. 2016, jeweils von 9 Uhr bis 16 Uhr. Unkosten: 200 Euro

Anmeldung im Sekretariat: Tel. 03 16/28 15 61-11 oder unter 06 99/19 12 21 00

Auszug des Programms:

  • Produkt und Produktverwendung
  • Einsatz der richtigen Maschinen
  • Das Eislabor (die eigentlichen Produktionsstätte)
  • Die österreichische Speiseeisverordnung und Hygienerichtlinien
  • Einsatz von Bio-Produkten und damit verknüpfte Sonderregelungen
  • Werbung im Eisverkauf und verkaufstechnische Möglichkeiten.

Bild oben: Foto: fotolia.com/Konstantin Yuganov

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