„Hut ab vor den großen Leistungen!“

Bei der „Neue-Wege-Netzwerk-Messe“ im Steiermarkhof wurde gezeigt, wie gutes Essen und Trinken fair vermarktet werden kann.

Die Netzwerkmesse „Lebensmittelpunkt“ ist die größte Plattform für die direkte Vernetzung von Konsumenten und Produzenten außerhalb des traditionellen Handels. „Für die Bauern geht es dabei um einen fairen Anteil am Endkundenpreis, gleichzeitig suchen immer mehr Konsumenten Vertrauen, Beziehung und Sicherheit bei den Produzenten, den Bäuerinnen und Bauern. Um diese Themen nachhaltig zu lösen, sind neue Vermarktungswege ebenso notwendig wie neue Werthaltungen gegenüber Lebensmitteln“, betonte bei dieser Gelegenheit der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Franz Titschenbacher.

Agrarlandesrat Hans Seitinger erklärte, dass es im gesamten Lebensmittel- und Ernährungssektor ein stärkeres Bewusstsein für Lebensmittel und mehr Bildung in Zusammenhang mit Ernährung als Ganzes brauche. Seitinger: „Diese verstärkte Bildungsqualität muss durchlässig alle Schulsysteme durchlaufen. Zudem ist ein starkes Netzwerk mit allen Gesundheitsplattformen unerlässlich, da ein Großteil der Volkskrankheiten unmittelbar mit einer falschen Ernährung in Verbindung stehen“. Der Landesrat abschließend: „Gesundes Essen und Trinken muss sich zur Mode entwickeln, damit es von Konsumenten auch ‚gekauft‘ wird.“

LK-Kammeramtsdirektor Werner Brugner verwies darauf, dass die Kammer bereits zum zweiten Mal diese österreichweit einzigartige Plattform für alternative Vermarktungswege auf die Beine gestellt habe. Brugner: „Wir agieren als Ideengeber und Vernetzer dieser innovativen Partnerschaften von Bauern und Konsumenten.“

„Bauer Willi“

Einen großen Auftritt hatte auch Alois Wohlfahrt, der gemeinsam mit Willi Kremer-Schillings den in Deutschland viel beachteten Blog „Bauer Willi“ schreibt. Seine Botschaft: „Lieber Verbraucher! Es geht auch anders!“ Wohlfahrt will, wie er sagte, dazu beitragen, dass das verzerrte Bild von Bauern und Bäuerinnen in der Öffentlichkeit zurechtgerückt wird.

Bei der Messe wurde auch der „Vifzack 2018“, der erste Preis für innovative Landwirtschaft vergeben. 14 Agrarinitiativen fernab ausgetrampelter Wege, ritterten bei einem Online-Voting um die Gunst der Stimmen. Schließlich entschieden die steirischen „Pioniere für gentechnikfreies Soja und Sojaöl“, Bernhard Monschein aus Eichkögl und Johann Hebenstreit aus Haselbach bei Fehring den Vifzack mit 3479 (45 Prozent) der 7722 abgegebenen Stimmen das Rennen für sich. Beachtliche 2668 Stimmen (34,6 Prozent) erreichte der Bad Blumauer Gemüsebauer Fritz Rauer mit seiner im Herbst eröffneten Grünsprossen-Manufaktur. Platz drei mit 496 Stimmen (6,4 Prozent) erreichte der Augustinhof aus Laafeld bei Bad Radkersburg, der es schon ab Mitte April schafft, Erdbeeren für Buschenschänken und Gastrobetriebe ums Eck anzubieten. Präsident Franz Titschenbacher gratuliert den Preisträgern: „Hut ab vor den großen Leistungen unserer innovativen landwirtschaftlichen Betriebe.“

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