Holt er Gold auf den Hof?

Christian Reithofer, 25, von einem Bauernhof in Pöllau ist einer der großen Hoffnungsträger bei den Special Olympics im März.

In wenigen Wochen geht in der Steiermark die Sportveranstaltung des Jahres über die Bühne: die Special Olympics – Word Winter Games 2017. Von 14. bis 25. März werden sich in der Ramsau, in Schladming und in Graz Menschen mit Beeinträchtigung in insgesamt 32 Disziplinen messen. 

Im Rampenlicht steht dabei auch ein Athlet von einem steirischen Bauernhof: Christian Reithofer, der gemeinsam mit seinen Eltern und seinem fünf Jahre älteren Bruder Michael in Pöllau, im Ortsteil Seifenboden, lebt. NEUES LAND hat den 25-Jährigen daheim besucht, wo er uns gleich zeigte, wofür er sich neben dem Sport am meisten begeistert – die Traktoren. Geschickt kletterte er in eine Fahrerkabine und erklärte uns alles zum Gerät, das ihn so fasziniert. In den nächsten Wochen wird Christian allerdings kaum Zeit für diese Leidenschaft haben. Er muss sich voll auf seinen großen Auftritt bei den Special Olympics konzentrieren, wo er im Stocksport an den Start geht. 

Fleißiges Training

Vor drei Jahren holte Christian Reithofer schon einmal eine Goldmedaille im Mannschaftsbewerb. Jetzt heißt es erneut Daumen drücken, wenn der Stocksportler vom Bauernhof in Graz an den Start geht. Fotos: kk

Von Christian, Mama Margarete und Betreuer Christian Petz haben wir in der warmen und gemütlichen Bauernstube alles über die Hintergründe zu Christians sportlicher Karriere erfahren. „Ich hab einfach wollen“, sagt der junge Pöllauer geradeheraus. Seine Erfolgsgeschichte erklärt sein Betreuer im Detail: „Christian hat eigentlich immer Fußball gespielt, seit 2012 widmet er sich dem Stocksport. Generell haben wir im Integrationszentrum Neudau 2010 begonnen, den Sport zu fördern“, so Petz. Er betreut dort insgesamt acht Athleten. Christian ist einer von fünf Stocksportlern mit Leib und Seele dabei, wenn – derzeit natürlich verstärkt – fleißig trainiert wird. „Das tun wir insgesamt ein bis zwei Mal die Woche, seit September einmal davon gemeinsam mit der Trainingsgemeinschaft Wohnheim Dornau“, erklärt Petz. So können sich die Betreuer gegenseitig unter die Arme greifen. Worauf übrigens generell großen Wert gelegt wird: „Bei den Spielen treten alle österreichischen Teilnehmer als eine Einheit auf, als das Team Austria“, erklärt Petz. 

Erfolgsgeschichte

Während wir über das bevorstehende Sportereignis reden, ist bei Christian noch keine Spur von Anspannung zu erkennen. „Ich bin gar nicht nervös“, sagt er auch selbst ganz locker – stolz belächelt von seiner Mama: „Ich merke schon, wenn er nervös wird, dann fragt er nämlich immer sehr viel“, spricht Margarete Reithofer aus Erfahrung von anderen Wettbewerben, an denen ihr Christian schon erfolgreich teilgenommen hat. Wie an den Special Olympics in Kärnten 2014 zum Beispiel, wo seine Mannschaft die Goldmedaille mit nach Hause nehmen durfte. Christians Mutter wird auf jeden Fall mitfiebern, wenn es für ihren Jüngsten Mitte März dann ab in die Landeshauptstadt geht, in der die Stocksport-Bewerbe ausgetragen werden – und wo er als einer von mehr als 400 Sportlern an den Start gehen wird. Ja, und dann wollten wir noch wissen, wie er seine Chancen sieht: „Spaß hab ich“, sagt er knapp und bringt damit den olympischen Gedanken auf den Punkt.

 

Special Olympics

„Lasst mich gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lasst es mich mutig versuchen“. Diesen Eid auf die Fahne geheftet, finden die Special Olympics – World Winter Games von 14. bis 25. März 2017 in der Ramsau, in Schladming und in Graz statt. Es ist die größte internationale Sportbewegung für Menschen mit Beeinträchtigung.

 

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