Hofzufahrten als Lebensader

Kammerobmann Johann Madertoner kämpft für eine gute Infrastruktur bäuerlicher Betriebe. Er sieht sie auch als Zukunftsfaktor.

Infrastruktur in Form von Hofzufahrten und gut ausgebauten Forstwegen stellt gerade für Betriebe im Berggebiet und in entlegeneren Regionen die Lebensader für die bäuerliche Bewirtschaftung dar. Der Kammerobmann der Bezirkskammer Bruck an der Mur, Johann Madertoner, engagiert sich besonders leidenschaftlich für dieses Thema. Es geht dabei, wie er sagt, nicht nur um die Befahrbarkeit mit heute üblichen Maschinen und Lastkraftwagen. Zufahrten sind auch ein entscheidender Zukunftsfaktor für die bäuerlichen Betriebe. Madertoner bezeichnet sie als „Anreiz für die Jugend, auf den Höfen zu bleiben“. Die Befahrbarkeit der Zufahrten muss allerdings auch, wie Madertoner betont, aus der Perspektive der Klimaveränderungen gesehen werden. In Zeiten zunehmender Wetterextreme wird es immer öfter zur Herausforderung, dass Schadholz rasch abtransportiert werden kann.

Madertoner geht es vor allem darum, dass entsprechende Mittel für die Instandhaltung und den Ausbau vorhanden sind. In diesem Zusammenhang verweist er auf ein Erfolgsbeispiel: „Die Grederaktion, in deren Rahmen die Gemeinden mit Mitteln vom Land Steiermark unterstützt werden, bewährt sich hervorragend.“ Mit diesem Lob verbindet er allerdings auch die Hoffnung, dass dieses Projekt weiterlaufen kann. Und er verrät seine Strategie dazu: „Mit einer Kommunikationsoffensive und guten Argumenten wollen wir es unbedingt schaffen, diese Gelder weiterhin abzurufen.“

Der Kammerobmann ist auch stolz auf den Erfolg einer Initiative, die er maßgeblich mitgetragen hat: „Gemeinsam mit dem Gemeindebund ist es erfreulicher Weise gelungen, die Gewichtsgrenzen für die Wintersperren der Forstwege in vielen Gegenden von 3,5 Tonnen auf 7,5 Tonnen zu erhöhen.“ Warum das so wichtig ist? „Wer einen Geländewagen mit Viehanhänger zieht, ist bereits schnell über dem Gewichtslimit von 3,5 Tonnen. Folglich war es von Dezember bis Mai oft kaum möglich, das Vieh zu transportieren.“ Für Madertoner hat das gleich doppelte Bedeutung: „Wir haben gezeigt, dass die Interessensvertretung dafür sorgen kann, dass tragfähige Rahmenbedingungen gegeben sind.“ Noch etwas liegt Johann Madertoner sehr am Herzen: Er mahnt eine enge Zusammenarbeit von Waldbewirtschaftung und Jagd ein: „Die Forststraßen sind gleichzeitig Arbeitsplatz der Bauern und Jagdgebiet. Offensive Aufklärung über richtiges Verhalten in Waldgebieten und der Austausch zwischen bäuerlicher und nichtbäuerlicher Gesellschaft sind insgesamt enorm wichtig.“

Auch dafür hat er ein Erfolgsbeispiel: Die große Schwenderaktion, die zusammen mit dem Almwirtschaftsverein ins Leben gerufen wurde, bewährt sich hervorragend in Sachen gegenseitiges Verständnis. Madertoner: „Hier helfen auch viele Leute mit, die Almen offen zu halten, die nicht aus dem Bauernstand kommen. Beim gemeinsamen Arbeiten findet man gut zueinander“.

Zur Person

Johann Madertoner, Vater von vier erwachsenen Töchtern, bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau Veronika einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Mutterkuhhaltung am Pogusch im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Gemeinsam trägt das Ehepaar Verantwortung für insgesamt 57 Hektar Gründland und Wald. Seit 2003 lenkt Madertoner als Obmann die Geschicke der Bezirkskammer Bruck an der Mur. Johann Madertoner wurde jüngst als Spitzenkandidat für den neuen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag bei der kommenden Kammerwahl vorgeschlagen.

 

Foto: fotolia.com/cmfotoworks

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