Heiße Diskussion um faire Preise

Beim „DiensTalk“  ging es um heimische Lebensmittel und deren Preise. Gegenüber standen sich Bauernbund-Direktor Franz Tonner und SPAR-Chef Christoph Holzer.

Auf der Diskussionsbühne im Foyer des ersten Stockes der ÖVP-Zentrale am Karmeliterplatz in Graz werden traditionell heiße Eisen angepackt – auch um Signale der Themenführerschaft der steirischen Volkspartei zu setzen. Diesmal ging es, moderiert von NZZ.at-Chefredakteur Michael Fleischhacker, ums Thema „Heimische Lebensmittel: Großer Wert – kleiner Preis“. Als Impulsreferenten standen sich der Direktor des Steirischen Bauernbundes, Franz Tonner, und der Geschäftsführer von SPAR-Steiermark, Christoph Holzer gegenüber. Vorweg drückte Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg eine persönliche Hoffnung aus: „Es wäre schön, zu diesem Thema mit der Kraft der Landespolitik etwas bewegen zu können!“

Franz Tonner warf sich gleich leidenschaftlich für die Bauern ins Zeug: „Wir haben die höchsten Lebensmittelstandards Europas und sehr, sehr fleißige Bauern, die hervorragende Qualität produzieren. Sie stehen im Wettbewerb mit ausländischen Produkten, die diesen Standards nicht entsprechen. Die Gesellschaft müsste dem entsprechend auch bereit sein, einen höheren Preis dafür zu zahlen.“ Und er appellierte auch daran, die Fragen der Versorgungssicherheit ernst zu nehmen: Dazu gehören allerdings, so ermahnte Tonner, auch die richtigen Rahmenbedingungen: „Den Bauern wird es diesbezüglich immer schwerer gemacht. Sie brauchen dringend mehr rechtliche Sicherheit.“

Apfelpreise

Szenenapplaus vom Publikum bekam der Bauernbund-Direktor für sein sehr einprägsam geschildertes Beispiel in Sachen fehlender Preis-Fairness, das Äpfel betraf, die im Handel oft das Zehnfache von dem kosten, was der Bauer bekommt. Da sah man auch viele die Köpfe schütteln. Christoph Holzer legte Wert auf die Feststellung, dass der Handel „der größte Partner der heimischen Landwirtschaft“ sei und wehrte sich dagegen, „die Dinge so simpel zu sehen, dass sich der Handel nur über den Preis definiert.“ Nachsatz: „Den Weltmarktpreis gibt es, den werden wir nicht wegkriegen.“

Starke Marken

Der steirische SPAR-Chef hob die für den Handel große Bedeutung starker Marken hervor und verwies in diesem Zusammenhang auf den Grazer Krauthäupel: „Jeder freut sich, wenn er auf den Markt kommt – auch wir.“ Holzer empfahl den Bäuerinnen und Bauern, sich die Frage zu stellen, ob sie denn nicht vermehrt Produkte erzeugen sollten, die nicht so sehr unter Preisdruck stehen. Als Beispiele nannte er Beeren und Pilze. Bemerkenswert: Eine per Video eingespielte Passanten-Umfrage zeigte klar jene in der Mehrheit, die sich in ihrem Einkaufsverhalten zu Regionalität und Qualiät bekennen und auch bereit sind, mehr dafür zu bezahlen. Ein Video zum DiensTalk finden Sie hier.

 

Foto: Fischer

 

 

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