GVO-Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt

EU braucht strengeres Zulassungsverfahren für genveränderte Lebens- und Futtermittel

Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag zur Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen in Lebens- und Futtermitteln wurde heute, Dienstag, vom Umweltausschuss des EU-Parlaments abgelehnt. Bundesminister Andrä Rupprechter begrüßt diese Entscheidung. „Der Vorschlag der EU-Kommission war eine Mogelpackung, die es den Mitgliedsstaaten nicht leichter, sondern schwerer macht, sich gegen GVO-Lebens- und Futtermittel zu entscheiden. Wir brauchen strengere Regeln für GVO-Zulassungen in der EU und keine Lockerung, wie sie im Kommissions-Vorschlag versteckt ist“, betont der Minister.

Rupprechter hatte sich schon beim Agrarministerrat im Frühjahr klar gegen den Vorschlag der Kommission ausgesprochen. Durch das Delegieren der Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen in Lebens- und Futtermitteln an die Mitgliedsstaaten drohe ein Fleckerlteppich an nationalen Regelungen. Damit werde es in der Praxis nahezu unmöglich sein, nationale Verwendungsverbote ausreichend zu begründen. „Das europaweite GVO-Zulassungsverfahren muss grundsätzlich überarbeitet und verbessert werden. Die Kommission muss Verantwortung übernehmen, statt die Entscheidung an einzelne Mitgliedsstaaten abzuschieben“, fordert Rupprechter.

Anders als bei Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel ist das Selbstbestimmungsrecht beim Anbau sinnvoll umsetzbar. Die gentechnikfreie Produktion bringt den heimischen Bäuerinnen und Bauern einen klaren Wettbewerbsvorteil. So ist etwa die österreichische Milch GVO-frei. Österreich war das erste Land, das Gentechnikfreiheit im Anbau per Verfassungsgesetz festgeschrieben hat.

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