Große Tracht für kleine Leute

Der Trachtenmode-Trend macht auch vor den Allerjüngsten nicht halt. Chic mit Tradition, so mag es die Nachwuchsgeneration.

 

Kaum auf der Welt, schon in der Lederhose. So oder so ähnlich könnte man den Boom der Trachtenmode in der Steiermark beschreiben. Wenn Mama und Papa sich herausputzen, um beim Kirtag, Sonnwendfeuer oder beim sonntägigen Kirchgang modisch zu glänzen, dann darf auch der Nachwuchs nicht nachstehen. Auswahl gibt es ja zum Glück genug. Gerade jetzt im Sommer sehen die Modelle besonders herzig und luftig aus. Bereits seit 76 Jahren zählt das Kindermodehaus Gestner „Zum Storch“ am Grazer Franziskanerplatz zu den ersten Adressen des Landes, wenn es um Trachtenmode für die Kleinsten geht. „Meine Großeltern haben den Betrieb gemeinsam aufgebaut und er befindet sich seither immer in Familienhand. Wir fertigen kleine Serien mit ausschließlich heimischen Stoffen an und achten dabei auf höchste Qualität“, erzählt Eva Tiefnig, die selbst in den vergangenen dreißig Jahren schon viele Mädchen und Buben ausgestattet hat. Die Nachfrage ist groß, stellt sie fest: „Die Leute möchten für festliche Anlässe etwas Schönes für ihre Kinder kaufen. Die Dirndlkleider etwa sind so gearbeitet, dass man den Saum rauslassen kann und damit haben die Mädchen länger etwas vom Kleid. Oft werden diese auch von Generation zu Generation weitergegeben und nur um Blusen oder Schürzen ergänzt und erneuert.“

Heimatverbundenheit

Auch bei Trachtenmode Hiebaum im oststeirischen Studenzen führt man seit sechs Jahrzehnten Trachtiges für die ganze Familie. Geschäftsführer Josef Schiffer hat sich dem Bewahren von Tradition und der Verknüpfung mit der Moderne verschrieben. Dem zweifachen Großvater ist es auch ein Anliegen, seinen Enkerln und den künftigen Generationen insgesamt „eine nachhaltig verbesserte Umwelt zu hinterlassen.“ Dieses Ansinnen spiegelt sich in der Produktionsweise der Firma wie auch in den Produkten selbst wider, den trendigen Trachten „Made in Styria“. Wenn es um Dirndl & Co. für die Kleinsten geht, dann zählt Heimatverbundenheit ebenso wie bei den Großen: „Ja, wir bemerken schon, dass das häufigste Motiv für den Kauf von Trachten für Kinder die Heimatverbundenheit ist. Die Sehnsucht der Menschen nach ihren Wurzeln sozusagen“, formuliert es Eva Tiefnig ganz treffend. Und der Unterschied zu den meist kitschigen Modellen aus Billigproduktionen im Ausland ist offensichtlich, darüber sind sich Tiefnig und Schiffer einig. Nicht nur dass diese aus moralisch-ethischer Sicht schlecht vertretbar sind, auch die Qualität lässt sehr zu wünschen übrig. Spätestens nach dem ersten Waschgang, zeigt sich der Unterschied. Das haben auch die Kunden längst erkannt: „Die Leute sind gerne bereit, etwas mehr Geld zu investieren, um dann aber ein Modestück für ihre Kinder im Kleiderschrank zu haben, das komfortabel wie strapazierfähig ist und lange Freude bereitet.“

Mini-Trachten

Die allerersten „Trachten“ für Buben und Mädchen sind herzige Baumwoll-Bodys mit angedeutetem Dirndl beziehungsweise Lederhose. Sind die Kleinen dann schon ein paar Monate alt, macht sich die „nächste Stufe“ Bodys besonders gut: Modelle, auf denen ein Dirndel-Rock mit Hirsch-Motiven angedeutet ist. Am Leib zu lesen: „Mein erstes Dirndl“ oder für Buben: „Meine erste Lederhose.“ Dazu lassen sich ganz hübsch passend Söckchen, Schühchen und Kopfbedeckungen kombinieren. So fällt der Einstieg in die Trachtenmode angemessen aus. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe mehr darüber, was die größeren Kinder so alles Trachtiges tragen.

 

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