Graz – Hauptstadt der Bauern

Unglaublich, aber wahr: Die Murmetropole hat in ihrem Stadtgebiet 356 Landwirtschaften, darunter gibt es sogar neun Bergbauernhöfe.

Karl Obenaus

Der Grazer Bauernbundobmann Karl Obenaus ist ein Vorreiter im Dialog zwischen Landwirtschaft und der urbanen Bevölkerung.

Graz ist eine Landeshauptstadt mit ganz besonderem Flair. Eine wichtige Rolle dabei  spielt die überraschende Tatsache, dass die Stadt an der Mur die größte Bauerngemeinde der Steiermark ist. Das merkt man nicht nur, wenn man die Statistik liest, sondern auch bei einem City-Bummel. Graz hat mit 15 Bauernmärkten die höchste Dichte an derartigen Angeboten in Mitteleuropa und darüber hinaus viele Hofläden, Bauernecken und Bauernläden. Sie sorgen dafür, dass die Grazerinnen und Grazer auf ganz kurzen Wegen zu den bäuerlichen Spezialitäten kommen, die allesamt einen ausgezeichneten Ruf haben.
Faszinierend ist die Angebotsvielfalt:  Viehbetriebe prägen eher den  Norden, Obst-, Gemüse- oder Ackerbau und Schweinehaltung sind im Süden und Osten stark vertreten. Daraus ergibt sich die originelle Tatsache, dass 1288 Rinder, 840 Schweine, 336 Schafe und 1771 Hühner so etwas wie tierische Bürger der Stadt sind. Der Grazer Bauernbundobmann Karl Obenaus ist stolz auf diese Buntheit und leidenschaftlich darum bemüht, das Nebeneinander für einen verstärkten Dialog zu nutzen. Obenaus: „Graz ist ein lebendiges Beispiel für ein gelungenes Zusammenleben. Damit sollten wir uns aber nicht zufrieden geben. Wir wollen und müssen in nächster Zeit noch mehr tun, um Brücken zwischen Stadt und Bauernschaft zu bauen und um das Gespräch zwischen Produzenten und Konsumenten zu intensivieren.“
Worauf Obenaus noch aufmerksam macht: „Das städtische Land der Bauern ist vielfach auch Naherholungsraum für die urbane Bevölkerung. Das bedeutet, dass wir in vielerlei Hinsicht aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Ich denke, das gelingt uns auch allen gut.“

Zahlen und Fakten
  • Im Stadtgebiet von Graz gibt es 356 landwirtschaftliche Betriebe, davon werden 71 im Haupterwerb geführt.
  • Überraschenderweise sind neun Betriebe als  Bergbauernhöfe ausgewiesen. Sie bewirtschaften eine Fläche von beachtlichen 183 Hektar.
  • Land- und forstwirtschaftliche Flächen machen insgesamt 9949 Hektar aus. 645 sind Ackerland, 7258 sind forstwirtschaftlich genutzt.
  • Das Angebot ist bunt: Man zählt 157 Forst-, 35 Gartenbau-, 50 Marktfrucht-, 19 Dauerkultur-, 74 Futterbau-, 6 Veredelungs-, und 15 gemischte Betriebe.
  • Obmann des Bauernbundes der Stadt Graz ist der Andritzer Landwirt Karl Obenaus. Sein Betrieb konzentriert sich auf Veredelungswirtschaft und Pferdehaltung.

Fotos: Gubitsch, agrarfoto.com, fotolia.com/Sabine

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