Geschlecht wird nun im Brutei erkennbar

Allein in Deutschland werden rund 45 Millionen männliche Küken jährlich getötet – das soll nun bald Vergangenheit sein.

Es ist ein Thema, das schon seit Jahren immer wieder für Schlagzeilen sorgt: Männliche Küken dürfen nicht überleben, weil sie keine Eier legen und es unwirtschaftlich ist, die Tiere zu mästen. Nun hat in Deutschland ein vom Landwirtschaftsministerium, der Handelskette REWE und der Universität Leipzig getragenes wissenschaftliches Großprojekt offensichtlich den Durchbruch geschafft.

Der Öffentlichkeit wurde jüngst von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Professorin Almuth Einspanier von der Universität Leipzig in einer Großbrüterei im Landkreis Oldenburg ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei präsentiert. Dabei wird dem Ei mittels einer feinen Injektionsnadel Flüssigkeit entnommen, die hilft, das Geschlecht des künftigen Kükens zu bestimmen. In aktuellen Versuchsreihen ist, wie betont wurde, bereits eine hohe Genauigkeit bei der Bestimmung des Geschlechts gelungen – man brachte es auf eine Erfolgsquote von 95 Prozent aller überprüften Eier.

Die Praxisreife glaubt man, in rund zwei Jahren schaffen zu können. Derzeit können nur einige Eier pro Stunde untersucht werden, ein Spezialunternehmen soll nun dazu beitragen, dass die Arbeitsgeschwindigkeit wesentlich erhöht und auf diese Weise auch wirtschaftlich wird. Einspanier betonte, damit ein Verfahren entwickelt zu haben, das die „weitere Entwicklung der Embryos zum Küken nicht beeinflusst.“

 

Foto: fotolia.com/Nudda

 

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