Geflügelhalter schlagen Alarm

Die steirischen Hühnerbauern stehen unter einem gewaltigen Preisdruck: ungünstige Rahmenbedingungen, teure Futtermittel und Millionen importierte Billigware aus dem Ausland sind die Ursachen.

Ein besonders rauer Wind weht derzeit den steirischen Geflügelbauern ins Gesicht. Die neue Pauschalierungsverordnung, die derzeit laufende Einheitswertfeststellung neu und teure Futtermittel sind nur einige Punkte, die das Produzieren massiv erschweren. Der Obmann der steirischen Geflügelhalter, Anton Uitz, bringt es gleich eingangs auf den Punkt: „Wir fühlen uns im Stich gelassen. Unter diesen Rahmenbedingungen weiß ich nicht, wie lange es unsere Geflügelbauern wirtschaftlich noch durchhalten.“

War man doch schon in den letzten Jahren mit gewaltigen Herausforderungen konfrontiert: So etwa wurde im Jahre 2003 durch den Beschluss des Bundestierschutzgesetzes die Käfighaltung mit einer Übergansfrist verboten. Uitz dazu: „Seit dem Jahre 2009 gibt es in Österreich und somit auch in der Steiermark keine Käfigeier mehr. Teure Umbauten waren notwendig, die Produktion ist gesunken.“ Auch der Einsatz von GVO-freien Soja in der Fütterung wurde von den Handelsketten verlangt und flächendeckend eingeführt. Wieder mussten die erheblichen Mehrkosten des teureren Sojas zur Gänze von den Landwirten getragen werden. Der Handel habe für die Produkte nie entsprechend mehr bezahlt.

Wettbwerb

„Leider ist auch die Konkurrenzsituation mit Eiern und Hühnerfleisch am europäischen Markt extrem schwierig, da die Besatzdichten in Österreich wesentlich niedriger als bei den Mitbewerbern im Ausland sind“, so der oberste Gegflügelbauern-Vertreter. Einzig und allein in der Putenhaltung habe es man geschafft, durch höhere Preise die hohen Tierstandards abzugelten.

Mehr Kosten

Eine weitere sehr wichtige Forderung stellt Anton Uitz, selbst Legehennenhalter, in den Raum: „Bereits seit drei Jahren kämpfen wir für die verpflichtende Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten, leider ohne Erfolg. Durch dieses Schlupfloch gelangt täglich eine Million Eier aus dem Ausland nach Österreich, vermutlich größtenteils aus Käfighaltung.“ Der Hauptgrund dafür sei im Wesentlichen der günstigere Preis.

Uitz abschließend: „Derzeit laufen gerade die Eier-Preisverhandlungen zwischen den Packstellen und dem Handel für die Weihnachts- und Osterware.“ Über die Preisentwicklung könne man deshalb noch nichts sagen.

Rückendeckung gibt den steirischen Hühnerbauern Bauernbundobmann Landesrat Hans Seitinger. Er betont in diesem Zusammenhang, dass ihm auch im Eier- und Hühnerfleischbereich faire Preise ein äußerst wichtiges Anliegen ist. Seitinger weist darauf hin, dass es gerade der steirischen Geflügelwirtschaft in den letzten Jahren gelungen ist, nicht nur großartige Qualitätsprodukte auf den Markt zu bringen, sondern auch das Image der gesamten Branche auf einem hohen Niveau zu halten. Dies muss auch dementsprechend honoriert werden.

Zahlen und Fakten

Rund 800 registrierte Betriebe beschäftigen sich in der Steiermark mit der Legehennenhaltung. Die Steiermark ist mit einem Produktions-Anteil von 37 Prozent somit das größte Eier-Land Österreichs, war auch Wegweiser in der alternativen Haltung der Legehennen, ist weltweiter Vorreiter bei der gentechnikfreien Fütterung und hat die weltweit höchsten Tierschutzstandards.

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