Gammelfleisch: Forderung nach Stopp der Handelsgespräche

Die Lebensmittelsprecherin der ÖVP im EU-Parlament, Elisabeth Köstinger fordert angesichts des jüngsten Gammelfleischskandals in Brasilien einen Abbruch der Verhandlungen über einen Handelsvertrag zwischen der EU und den Mercosur-Ländern.

“Das was wir aus Brasilien hören, ist besorgniserregend und führt zu einem großen Vertrauensverlust. Es geht hier um die öffentliche Gesundheit. Auf dieser Basis können wir nicht über ein Freihandelsabkommen weiterverhandeln”, so die ÖVP-Politikerin.

Auch der Agrarausschuss des EU-Parlaments hat heute die EU-Kommission aufgefordert, einen Stop aller Fleischimporte aus Brasilien nach Europa zu prüfen. “Wir brauchen rasche Aufklärung. Bei Lebensmittelsicherheit gibt es kein Pardon. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis muss den betroffenen Betrieben die Exportgenehmigung für die EU umgehend entziehen. Wir brauchen auch eine Risikobewertung und rasche Entscheidungen, ob alle Fleischimporte aus Brasilien gestoppt werden müssen”, so Köstinger.

Ins selbe Horn bläst Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter: “Bis zur lückenlosen Aufklärung der Betrugsfälle von brasilianischen Fleischhändlern fordere ich von der europäischen Kommission zum Schutz der Konsumenten einen Importstopp von Fleisch aus Brasilien. Gleichzeitig erwarte ich mir, dass die Behörden vor Ort schnell arbeiten und die notwendigen Konsequenzen ziehen, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern.“

21 brasilianische Firmen sollen verdorbenes Fleisch mit Chemikalien behandelt oder mit frischem Fleisch vermischt und verkauft haben. Die Europäische Union fordert von den brasilianischen Behörden schärfere Kontrollen und eine Garantie, dass keine betroffene Ware nach Europa gelangt. Die Behörden müssten demnach sicherstellen, dass in den Skandal verstrickte Firmen bis zur Aufklärung kein Fleisch in die Europäische Union liefern. Rupprechter gehen die gesetzten Maßnahmen nicht weit genug.

Foto: Fotolia.com/Rio Patuca

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