Führungspositionen sind schon bezogen

Vier Gemeinden bilden ab 2015 die neue Marktgemeinde „Pöls-tal“ . Sie ist künftig die flächenmäßig größte Kommune im Bezirk Murtal.

 

Die geographische Zuordnung des neuen Gemeindenamens „Pölstal“ ist eindeutig und war in der Bevölkerung der vier Fusionsgemeinden Oberzeiring, St. Oswald-Möderbrugg, St. Johann am Tauern und Bretstein auch nie ein Streitthema. Überhaupt war man immer auf ein konstruktives Miteinander aus. „Wir haben sehr gut miteinander gesprochen und sind oft zusammen gesessen“, blickt der Bürgermeister von St. Oswald-Möderbrugg, Ewald Haingartner, zurück. Sein Amtskollege aus Oberzeiring, Alois Mayer, betont: „Wir sind gut vorbereitet!“

Mit 270 Quadratkilometern ist die neue Marktgemeinde Pölstal die flächenmäßig größte Kommune im Bezirk Murtal. Sie hat 2800 Einwohner und liegt damit knapp unter der ominösen 3000er-Marke. „Dann hätten wir 21 Gemeinderäte und nicht wie bisher 15“, spricht Mayer in seiner Funktion als Pölstaler ÖVP-Obmann ein wichtiges Thema an. Denn bei der Listen-erstellung für die Gemeinderatswahl muss er auf eine ausgewogene Verteilung mit Kandidaten aus den vier Gemeinden achten und kann einige bisherige ÖVP-Gemeinderäte nicht mit aussichtsreichen Listenplätzen bedienen. Fest steht schon jetzt, dass die ÖVP Pölstal bei der Gemeinderatswahl im März nächsten Jahres mit Alois Mayer als Spitzenkandidat antreten wird. Den zweiten Listenplatz wird Bürgermeister Ewald Haingartner aus St. Oswald-Möderbrugg einnehmen. Platz drei gehört der Bürgermeisterin von St. Johann am Tauern, Sonja Hubmann. An vierter Stelle wird der bisherige Vizebürgermeister von Bret-stein, Andreas Fussi, kandidieren.

Als Wahlprogramm könnten die Ziele übernommen werden, die sich die vier Gemeinden in zahlreichen Klausuren und Gesprächen gemeinsam erarbeitet haben und die man schon jetzt – aufgeteilt auf sieben Bereiche – unter der neuen Gemeinde-Homepage www.poelstal.eu wiederfindet. Man will zum Beispiel den Breitband-Ausbau forcieren, den Menschen Arbeitsmöglichkeiten in der Region geben, ein transparentes und einheitliches Fördersystem auf die Beine stellen und die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten und in der Volksschule mit musikalischen und sportlichen Angeboten bereichern.

Die Bürgerservice-Stelle der neuen Gemeinde wird sich künftig im bisherigen Gemeindeamt von St. Oswald-Möderbrugg befinden

 

Murtal

Die Anzahl der Gemeinden im Bezirk Murtal wird fast halbiert. Gab es bisher 38 eigenständige Gemeinden, von denen allerdings 16 weniger als 1000 Einwohner hatten, werden es künftig nur mehr 20 sein. In drei Fällen kommt es zu Vierer-Fusionen. Aus den Gemeinden Eppenstein, Maria Buch-Feistritz, Reisstraße und Weißkirchen in Steiermark entsteht eine neue 5000 Einwohner zählende Kommune. Rund 3900 Einwohner hat die aus Amering, Obdach, St. Anna am Lavantegg und St. Wolfgang-Kienberg hervorgehende Fusions-Gemeinde. 2800 Einwohner werden künftig in der neuen Marktgemeinde Pölstal (Bretstein, Oberzeiring, St. Johann am Tauern, St. Oswald-Möderbrugg) daheim sein. Die meisten Einwohner werden weiterhin in Knittelfeld (Fusion mit Apfelberg) und Judenburg (Fusion mit Oberweg und Reifling) gezählt werden. Knittelfeld hat dann 12.600 Einwohner, Judenburg 10.200 Einwohner.

Neben Judenburg gibt es noch im ehemaligen Bezirk Knittelfeld mit Rachau, St. Lorenzen bei Knittelfeld und St. Margarethen bei Knittelfeld eine Dreier-Fusion. In vier Fällen entstehen neue Gemeinden durch die Zusammenschmelzung von bisher zwei selbständigen Kommunen. Davon betroffen sind Großlobming mit Kleinlobming, Flatschach mit Spielberg, Oberkurzheim mit Pöls sowie Feistritz bei Knittelfeld mit St. Marein bei Knittelfeld.

Zehn Gemeinden bleiben selbständig. Das sind Gaal mit 1445 Einwohnern (Stand vom 1. Jänner 2013), Fohnsdorf mit 7906 Einwohnern, Kobenz mit 1835 Einwohnern, Zeltweg mit 7180 Einwohnern, St. Peter ob Judenburg mit 1073 Einwohnern, Seckau mit 1279 Einwohnern und Unz­markt-Frauenburg mit 1375 Einwohnern. Die restlichen zwei Gemeinden haben weniger als 500 Einwohner und sind Pusterwald mit 488 Gemeindebürgern sowie Hohentauern mit 441 Gemeindebürgern.

Foto: Taucher

 

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