„Es geht um sehr viel!“

Warum die Bäuerinnen und Bauern gerade für die Gemeindepolitik wichtig sind:  Landesobmann Landesrat Hans Seitinger zur aktuellen  Steuerreform und zur Bedeutung der Wahlen für den Bauernbund.

 

 

NEUES LAND: Die Ergebnisse der Steuerreform liegen nun knapp vor den Wahlen am Tisch. Wie fällt Ihre Bewertung aus?

LR Hans Seitinger: Wir haben Schlimmes abwehren können, nämlich eine massive Besteuerung von Grund und Boden, sowie Eingriffe in das Eigentum. Das hat allerdings leider auch das eine oder andere schmerzhafte Zugeständnis gekostet. Die Alternative dazu wären Neuwahlen gewesen und jeder weiß, was das für die Bauernschaft bedeutet hätte. Ich gehe jedoch davon aus, dass man da einiges noch abfedern oder verändern kann. Dafür werde ich mich mit aller Kraft einsetzen.

 

NL: Welche Gründe haben Bäuerinnen und Bauern, am Sonntag zur Wahl zu gehen?

Seitinger: Es geht um sehr viel für sie, denn die Gemeinde ist jene Verwaltungsebene, die für sie mit Abstand die größte Bedeutung hat. In diesem Sinne ist der kommende Sonntag ein Lostag für jeden einzelnen bäuerlichen Betrieb im Land.

 

NL: Warum ist denn die Bedeutung der Gemeinde für die Bauernschaft so groß?

Seitinger: Die Bäuerinnen und Bauern haben in den Gemeinden Hab und Gut, sind Empfänger von Geld- und Infrastrukturleistungen. Nicht zuletzt brauchen sie auch mehr Verständnis bei Bauverfahren oder in Fragen der Raumordnung. Außerdem sind sie natürlich stark auf eine zukunftsfähige Infrastruktur angewiesen – etwa auf gute Hofzufahrten. Darüber hinaus ergeben sich in den Gemeinden auch viele Chancen, bäuerliche Leistungen zu erbringen.

 

NL: Welche zum Beispiel?

Seitinger: Bäuerliche Betriebe bewähren sich mittlerweile im ganzen Land als verlässliche und preiswerte Dienstleister. Etwa beim Winterdienst, bei der Pflege des öffentlichen Grünraumes, der Entsorgung von Biomüll und vielem mehr. Vielerorts haben sie auch eine sehr wichtige Rolle als Energiedienstleister übernommen. Diese Möglichkeiten der existenziellen Absicherung gilt es auch in Anbetracht neuer Gemeindestrukturen einerseits zu festigen und andererseits noch weiter auszubauen. Ich sehe da noch zahlreiche weitere Chancen, die es in Zukunft unbedingt zu nützen gilt.

 

NL: Der Bauernbund hat stets großen Wert darauf gelegt, prägende Kraft im ländlichen Raum und in den Gemeinden zu sein.

Seitinger: Auf das legen wir auch weiterhin großen Wert und das spürt man auch ganz unmittelbar vor Ort. Bäuerliche Familien stehen in vielerlei Hinsicht im Mittelpunkt des Gemeindelebens, bringen sich höchst engagiert ins gesellschaftliche und kulturelle Leben ein. Vor allem aber stellt der Bauernbund viele Bürgermeister und Gemeinderäte im ländlichen Raum und stellt sich auf diese Weise auch einer großen Verantwortung. Ich behaupte sogar, dass die Rolle der Bäuerinnen und Bauern in der ländlichen Kommunalpolitik absolut unverzichtbar ist.

 

NL: Warum ist das so?

Seitinger: Weil die Bäuerinnen und Bauern besondere Qualitäten in die Gemeindepolitik einbringen können. Sie fühlen sich nachhaltigem Denken und Werten verpflichtet und sie können soziale wie auch unternehmerische Verantwortung tragen. Das sind doch ohne Zweifel entscheidende Kriterien für das gute Führen einer Gemeinde.

 

NL: Ihre zusammenfassende Botschaft für die Gemeinderatswahlen am kommenden Sonntag?

Seitinger: Ich rufe die steirischen Bäuerinnen und Bauern dazu auf, verlässlich wählen zu gehen und auf diese Weise den bäuerlichen Betrieben in unserem Land eine gute Zukunft zu sichern. Nur wenn wir entsprechende Mitbestimmung im politischen Leben der Gemeinde erreichen, kann es auch unseren Interessen gerecht werden!

 

Das Interview mit LR Hans -Seitinger führte Chefredakteur Bernd Chibici.

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