Ernte-Bilanz: “Ein hartes Jahr”

Die hohen Niederschläge zu den Arbeitsspitzen, erhebliche Ertragseinbußen durch Witterung und Schädlinge sowie das Russland-Embargo machen große Sorgen.

„Nach dem Dürrejahr 2013 ist auch 2014 für unsere Bauern ein äußerst hartes Jahr“, fasst Präsident Franz Titschenbacher das bisherige Agrarjahr 2014 zusammen. Und er begründet: „Die überdurchschnittlich hohen Niederschläge, teils zur Anbauzeit und zur Ernte, das Hochwasser im Süden der Steiermark und das unerwartet starke Auftreten von Schädlingen führten teils zu erheblichen Ernteeinbußen, insbesondere bei den wichtigen steirischen Kulturen Kürbis und Mais. Und: Die überraschende Importsperre Russlands hat die Agrarmärkte, vor allem für Äpfel und Schweinefleisch, in arge Turbulenzen gebracht, die Preise sind stark gefallen. Die Produktion ist nicht mehr kostendeckend. Auch die Milchbauern leiden aufgrund des Embargos.“

 

Regen

Wertvernichtung von hochwertigen Lebensmitteln stoppen. Appell an Lebensmittelketten. Exporthilfen notwendig. „Prioritäre Aufgaben sind jetzt, den Markt zu stabilisieren und wieder in Schwung zu bringen, um die anhaltende Wertvernichtung von hochwertigen, heimischen Lebensmitteln wie Schweinefleisch und Äpfel zu stoppen“, unterstreicht der Präsident. Dazu muss die EU rasch die für solche Turbulenzen vorgesehenen Exporthilfen für Drittlandsmärkte freigeben, verlangt Titschenbacher nachdrücklich. Und er appelliert an die Lebensmittelketten, diese angespannte Marktsituation nicht auszunützen und die Preise nicht künstlich zu drücken. Titschenbacher: „Eine faire Partnerschaft bedeutet auch faire Preise für die Bauern und Konsumenten.“ Hoffnung gibt das dieser Tage von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter geschlossene Veterinärabkommen mit China, das den Export von österreichischem Schweinefleisch ermöglichen wird. Auch Korea will demnächst den Import von verarbeitetem Schweinefleisch aus Österreich zulassen.

„Die sehr schwierige Witterungssituation hat heuer einmal mehr gezeigt, dass zu den Arbeitsspitzen nur kleine Zeitfenster für die Düngung und Kulturpflege im Frühjahr sowie für die Ernte im Herbst vorhanden sind“, zeigt Präsident Franz Titschenbacher ein großes Problem, insbesondere der Ackerbauern auf, zumal sie auf dem europäischen Markt bestehen müssen. Nur mit einer entsprechenden Schlagkraft, die erhebliche Investitionen erfordert, lässt sich diese Problematik abfedern. Allerdings müssen solche Investitionen auch durch entsprechende Preise und durch entsprechende Erträge verdient werden. Titschenbacher: „Ich freue mich, dass bereits viele Landwirte vorbildlich zusammenarbeiten, um dieser Problematik zu begegnen und sie zu bewältigen.“

Titschi

Werner Brugner und Franz Titschenbacher von der Landwirtschaftskammer zogen Bilanz.

Das massive Auftreten des Diabrotica-Schädlings wird zu einer weiteren Ausdehnung der Fruchtfolge führen. „Wir spüren eine starke Nachfrage nach Fruchtfolge-Wissen und begleiten unsere Bauern, die den Getreideanteil erhöhen, fachlich durch die Experten unseres Hauses“, unterstreicht Kammerdirektor Werner Brugner. Und weiter: „So finden jetzt bereits Flurbegehungen für die Getreidebauern statt. In den kommenden Monaten werden 100 pflanzenbauliche Fachveranstaltungen teils auf den Feldern und in Form von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen stattfinden.“ Ebenso stark nachgefragt sind jetzt bereits Frühjahrs-Fachveranstaltungen zum Hirseanbau als Alternative zu Mais.

 

Mehr Informationen:

www.lk-stmk.at

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