Einen Aufrüttler wie er es war!

Bauernbundobmann Peter Rossegger, der letzte verbliebene Vollerwerbsbauer am Alpl, über seinen berühmten „Nachbarn“ Peter Rosegger.

NEUES LAND: Sie tragen einen bekannten Namen. Was verbindet Sie mit Peter Rosegger?

Peter Rossegger: Bei uns ist der Name Rosegger beziehungsweise Rossegger nichts Außergewöhnliches, aber wenn ich an Kursen in Graz teilnahm, war das anders. Da wurde ich öfters auf die Namensähnlichkeit angesprochen. Aber was mich am meisten mit ihm verbindet, ist die unmittelbare Nachbarschaft zu seinem Geburtshaus, dem Kluppeneggerhof.

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NL: Peter Rosegger war als Schriftsteller und Journalist unglaublich schaffensreich. Gibt es da etwas in seinem Schaffen, von dem Sie besonders beeindruckt sind?

Rossegger: Als junger Mensch kannte ich gerade einmal seine Geschichten aus seiner Kindheit und natürlich „Jakob, der Letzte“. Mit der Zeit begann ich mich mehr für ihn zu interessieren und mich zu fragen, was ihm wichtig war und welche Standpunkte er vertrat. Ein Buch mit Zitaten von Peter Rosegger würde ich jedem empfehlen. Bei der Bewerbung unseres Urlaub am Bauernhof-Angebots im Internet zitieren wir auch Peter Rosegger. Zum Beispiel mit „Wer sich die Zeit nimmt, der hat sie.“ Beeindruckt bin ich vom Namen Waldheimat, den er geprägt hat. Diese Gegend faszinierte ihn und fasziniert auch mich. Diesbezüglich kann ich mich gut in ihn hineindenken.

NL: Der 175. Geburtstag und 100. Todestag von Peter Rosegger wird jetzt zum Anlass für eine Fülle von Veranstaltungen in der ganzen Steiermark. Was erwarten Sie sich davon?

Rossegger: Schon 2013 gab es viele Rosegger-Veranstaltungen. Jeder wollte etwas über ihn erfahren – auch von uns, weil wir der einzige Vollerwerbsbauernhof in dieser Gegend sind. Vielleicht kriegen wir es heuer wieder zusammen, dass die Waldheimat neue Impulse bekommt. Unsere Gäste sagen oft, dass wir in einem Juwel wohnen und fragen, warum wir nicht mehr daraus machen. Ich glaube schon, dass wir in der ganzen Region mit den Aktivitäten im heurigen Jahr wieder einen richtigen Schub bekommen.

NL: Gibt es auch seitens der Bauernschaft irgendwelche Initiativen aus Anlass des Jubiläumsjahres?

Rossegger: Ja! Die Bauernbundortsgruppen Krieglach, Langenwang, St. Kathrein am Hauenstein und Fischbach laden am 8. September zu einer Rosegger-Sternwanderung mit Ziel am Alpl ein. Dabei werden Wege begangen, die Rosegger in seinen literarischen Werken beschrieben hat. Weiters findet am 25. Oktober der Steirische Waldbauerntag in der Waldheimat statt und bereits am Josefitag hält der Steirische Bauernbund seinen Landesbauernrat in Krieglach ab.

NL: Sie sind Bauer am Alpl. Ist das Arbeiten hier ein Beruf mit oder ohne Zukunft?

Rossegger: Wer kennt die Zukunft? Was kommt auf uns zu? Bauer zu sein war für mich in meiner Jugendzeit nicht mein Traumberuf. Aber langsam bin ich in diese Arbeit als Bauer hineingewachsen und bin es jetzt mit Leib und Seele. Wir haben das, wonach viele Menschen suchen.

NL: Braucht es auch heute wieder einen Mann wie Peter Rosegger?

Rossegger: Ja! Es gibt in unserer Zeit Tendenzen, dass man ja nicht anecken soll. Aber wir brauchen Menschen, die sich kein Blatt vor den Mund nehmen, die aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Daher brauchen wir solche Menschen, wie es Peter Rosegger war.

Zur Person:

Peter Rossegger (43) ist Vollerwerbsbauer am Alpl. Die Almo-Produktion, ein Gatter mit Rotwild, Urlaub am Bauernhof und natürlich die Forstwirtschaft bilden die Betriebsschwerpunkte beim vulgo Schmiedhofer auf 1060 Meter Seehöhe. Peter Rossegger ist mit Gattin Sonja verheiratet, hat zwei Kinder und ist Bauernbundobmann von Krieglach. Ein Interview zu diesem Thema finden Sie hier.

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